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Bad Tölz:Leonhardifahrt jetzt offiziell Kulturerbe

Kultusminister Ludwig Spaenle überreicht im Kurhaus eine Metalltafel, auf der die Auszeichnung verewigt ist.

Es war vor allem Klaus Pelikan, der jahrelang darum gekämpft hatte, dass die Tölzer Leonhardifahrt in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird. Dieser Traum des früheren Kurdirektors, persönlichen Referenten des Bürgermeisters und Mitglieds im Leonhardiausschuss wurde im November vorigen Jahres wahr, als die Urkunde in der Münchner Residenz überreicht wurde. Als sichtbares Zeichen für die Aufnahme der traditionsreichen Pferdewallfahrt ins bayerische Landesverzeichnis und das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes übergab Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Donnerstagabend im Kurhaus nun auch eine Metalltafel an Bürgermeister Josef Janker (CSU). Dabei hob Spaenle hervor, "wie wichtig lebendige Traditionen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Identitätsbildung sind".

Mit dem Brauch, der in Bad Tölz seit mehr als 150 Jahren praktiziert wird, werde "in besonderer Weise und weit über die Region hinaus an den Einsiedler Leonhard von Limoges als Schutzpatron aller Nutztiere erinnert", sagte der Minister. Es freue ihn, dass die Tradition in der Kurstadt, die je nach Witterung in der Regel zwischen 10 000 und 25 000 Gäste anlockt, infolge der bayerischen Nominierung auch den Sprung in die Bundesliste geschafft habe. "Diese Wertschätzung fördert die Bekanntheit der Region und des Brauchtums weiter." Zum immateriellen Kulturerbe der Unesco zählen unter anderem darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche und Feste, traditionsreiche Handwerkstechniken oder auch mündlich überlieferte Traditionen. Die Tölzer Leonhardifahrt findet heuer am Montag, 6. November, statt. Die Zugreihenfolge wurde am Donnerstagabend im Kurhaus ausgelost.