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Volksverhetzung:Mitglieder von rechtsradikaler Schüler-Whatsapp-Gruppe bestraft

Online messaging applications WhatsApp

Auf dem Display eines Smartphones leuchtet auch das Whatsapp-Symbol.

(Foto: Ritchie B. Tongo/dpa)
  • Im vergangenen Jahr haben Eltern auf dem Smartphone ihres Sohnes einen rechtsradikalen Chat unter Schülern entdeckt, in dem die SS verherrlicht und Judenwitze gemacht wurden.
  • Nach Auskunft des Innenministeriums bestand die Gruppe aus 179 Mitgliedern.
  • Gegen acht junge Leute aus dem Zuständigkeitsbereich der Münchner Staatsanwaltschaft wurden Strafverfahren geführt - zwei davon laufen noch.

Nach dem Auffliegen einer rechtsradikalen Whatsapp-Gruppe vor einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft München I Strafverfahren gegen acht junge Leute aus ihrem Zuständigkeitsbereich geführt. Zwei der Verfahren sind derzeit noch bei Gericht anhängig. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums an den Münchner SPD-Landtagsabgeordneten Florian Ritter hervor.

Die Whatsapp-Gruppe war aufgeflogen, nachdem Eltern auf dem Handy ihres Kindes Runen und Nazi-Parolen, volksverhetzende Texte, pornografische und gewaltdarstellende sowie zu Straftaten aufrufende Inhalte entdeckt hatten.

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Nach Auskunft des Innenministeriums bestand die Gruppe aus 179 Mitgliedern. Strafverfahren wurden zunächst gegen 46 Anschlussinhaber, später dann gegen die tatsächlichen Nutzer der Mobiltelefonnummern eingeleitet. 15 Beschuldigte wohnen in Bayern, acht davon im Raum München. Viele von ihnen sind oder waren minderjährig. Die Verfahren gegen drei 17- und 16-Jährige endeten mit richterlichen Weisungen. In zwei Fällen konnten die echten Personalien der Tatverdächtigen nicht ermittelt werden. Bei einem 15-Jährigen wurde von Strafverfolgung abgesehen.

Die Teilnehmer der Gruppe, die eine Zeitlang als "Arische Bruderschaft" geführt wurde, hatten sich über Judenwitze amüsiert und die SS verherrlicht. Einige bezeichneten sich selbst als Nazis und tauschten den Hitlergruß aus. "Das Deutsche Reich muss wieder auferstehen", schrieb einer der Schüler.

Nach Erkenntnissen der Strafverfolger stand hinter der Gruppe, die noch bis zum vergangenen August aktiv gewesen sein soll, keine Organisation und kein Netzwerk. Mitmachen konnte man auf persönliche Einladung eines Gruppenadministrators. Bis zu 1000 neue Nachrichten sollen in der Gruppe zu lesen gewesen sein - pro Tag.