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US-Roadmovie:Reise mit Restriktionen

Der auf einer wahren Geschichte basierende Spielfilm "Green Book" spielt 1962, als die hässliche Fratze des Rassismus' in Amerika noch allgegenwärtig ist.

Ein schwarzer New Yorker Pianist und sein italienischstämmiger Chauffeur reisen durch Amerika, sie sind auf Konzerttour, es geht über Pennsylvania nach Ohio, Indiana und Kentucky bis in die Südstaaten. Immer dabei haben sie das "Negro Motorist Green Book", eine Art Reiseführer für Afroamerikaner, der genau auflistet, welche Tankstellen, Motels und Restaurants sie überhaupt betreten dürfen. Reisen mit Restriktionen sind also keine Erfindung unserer Zeit, sondern gab es auch schon früher: Der auf einer wahren Geschichte basierende Spielfilm Green Book spielt im Jahr 1962, als die hässliche Fratze des Rassismus' in Amerika noch allgegenwärtig ist.

So darf der dunkelhäutige Intellektuelle Dr. Don Sherley (Mahershala Ali) zwar für die weiße Oberschicht Konzerte spielen, in dieselben Restaurants oder gar auf dieselben Toiletten soll er aber nicht. Sein Fahrer Tony (Viggo Mortensen) ist zwar genauso rassistisch wie die meisten Amerikaner jener Zeit, er lernt aber dazu und wird zum Freund und Verteidiger seines Reisepartners. Green Book wurde vielfach als Wohlfühlfilm über Rassismus kritisiert, als Mischung aus Miss Daisy und ihr Chauffeur und In der Hitze der Nacht. Das mag sein, es ist aber auch ein sehr gut erzählter und gespielter Appell an die Menschlichkeit. 2019 gewann er drei Oscars.

Green Book, USA 2018, Regie: Peter Farrelly, zu sehen unter anderem bei Netflix

© SZ vom 26.03.2020
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