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Internationales Restaurant "Uníco":Ein teurer Traum

Es gehört Mut dazu, ganz am Rande des hippen Glockenbachviertels ein Restaurant aufzumachen, das nur auf kulinarische Ambitionen setzt. Der ehrgeizige Koch Herbert Eineichner hat es trotzdem gemacht.

Liebe Leser, dieser Artikel ist veraltet. Das Restaurant "Unico" gibt es nicht mehr. Mehr Besprechungen finden Sie hier.

Nach Lehrjahren bei Heinz Winkler und auf Gran Canaria hat Herbert Eineichner nun sein eigenes Restaurant - das Uníco in der Maistraße.

(Foto: Andreas Heddergott)

Es gibt einige Möglichkeiten, einem neuen Restaurant Erfolg zu verschaffen. Es könnte zum Beispiel einen Standort haben, an dem Laufkundschaft nicht vorbeikommt, ohne mal hereinzuschauen. Es könnte Werbung betreiben noch und nöcher, und am besten sollte der Küchenchef seinen kochmützengekrönten Kopf vor die Kameras in einer der vielen Fernsehkochshows halten. Oder er könnte einfach seinem Können vertrauen und darauf, dass sich die Kunde davon herumspricht. Das ist der schwierigste Weg.

Herbert Eineichners Pferdeschwanz haben wir noch nicht im Fernsehen entdeckt. Auch an seinem Restaurant Uníco sind wir nicht zufällig mal vorbeigelaufen. Am oberen Ende der Maistraße, nahe des Arbeitsamtes, kommt nicht allzu viel Laufkundschaft vorbei, und das kleine Lokal unten in einem ziemlich hässlichen Neubau fällt nach außen kaum auf.

Es gehört also Mut dazu, hier, ganz am Rande des hippen Glockenbachviertels, ein Restaurant aufzumachen, das vor allem auf seine kulinarischen Ambitionen setzt. Gleich gegenüber hat sich zwar Karl Ederer einst Sterneruhm erkocht, bevor er weiterzog in eine feine Innenstadtlage. Das Vorbild schmälert aber nicht die Courage, mit der sich nun wieder ein ehrgeiziger Koch einen Restauranttraum erfüllen will.

Gediegenes Ambiente, spannende Küche

Es ist, so viel muss vorausgeschickt sein, ein teurer Traum. Wer hier zu zweit zu Abend speist, ist schnell 150 bis 200 Euro und gerne mehr los. Doch ist das Können des Kochs sehr wohl auf der Höhe seiner Preise. Eineichner hat bereits für Bayerns Kochdoyen Heinz Winkler gearbeitet und die Küchen ambitionierter Boutique-Hotels auf Gran Canaria geleitet. Und mag das vielleicht etwas zu gediegene Ambiente des kleinen, doch großzügig bestuhlten Gastraums mit seinen orangefarbenen Wänden es auch nicht gleich offenbaren: Er bringt eine wirklich sehr spannende Küche auf seine edel eingedeckten Tische.

Dabei begann unsere Begegnung mit dem Uníco zunächst mit dem nahezu größten anzunehmendem Unfall. Einer Havarie glich jedenfalls, was in der Erbsenschaumsuppe schwamm: eine Stopfleber, außen deutlich zu scharf angebraten und, da nicht gründlich genug entflachst, mit dem Suppenlöffel kaum zu zerteilen, innen unangenehm breiig. Das sollte einem Spitzenkoch nicht passieren, zumal da der durchdringende Geschmack der Leber den der feinen jungen Erbsen recht brutal überwältigte.

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