Wissenschaft Drei neue Partner spenden Millionen für die TUM

Fahnen spiegeln sich in der Fassade der Fakultät für Mathematik und Informatik der TU München.

(Foto: Florian Peljak)
  • Infineon, Volkswagen und die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft spenden kräftig an die Technische Universität München. Zu den bisherigen Sponsoren zählen bereits BMW, Nestlé und Google.
  • Die Uni will die besten Wissenschaftler der Welt nach München holen - und diese unter anderem mit Stipendien locken.
  • Die TUM wird in internationalen Rankings immer wieder als eine der besten Universitäten der Welt aufgeführt. Der Nachwuchs dort forscht unter anderem an Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und Robotik.
Von Pia Ratzesberger

Die Technische Universität München (TUM) erweitert die Liste ihrer prominenten Spender. BMW und Nestlé sind schon dabei, zuletzt kam Google dazu, jetzt auch noch die Unternehmen Infineon und Volkswagen sowie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Alle drei werden sogenannte Exzellenzpartner der TUM - einer Universität, um die sich die großen Firmen derzeit scharen, da dort an vielen Themen geforscht wird, die für die Zukunft der Wirtschaft von großer Bedeutung sein werden.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft gibt bekannt, dass sie mehr als eine halbe Million Euro an die Stiftung der Universität gibt, wie hoch die Beträge von Infineon und Volkswagen liegen, wollen die beiden Firmen nicht preisgeben. Bei der Technischen Universität heißt es lediglich, dass es sich um "bedeutende" Summen handle. Generell beginnen die gestifteten Beträge von Unternehmen bei einer halben Million Euro.

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Der Präsident der TUM, Wolfgang Herrmann, hatte die Stiftung vor acht Jahren gegründet, damals kam das Kapital von 46 Stiftern, mittlerweile ist die Zahl auf 127 angestiegen. Nicht nur Unternehmen und Verbände finden sich auf der Liste, sondern auch viele Privatpersonen, darunter bekannte Namen wie Peter von Siemens, Ehrensenator der Universität, oder Susanne Klatten, eine der reichsten Frauen Deutschlands und Gründerin der UnternehmerTUM, einem Zentrum für Geschäftsideen, das Firmengründer begleitet. Die Stiftung hat mittlerweile ein Kapital von 50 Millionen Euro, womit sie unter anderem Stipendien für Postdocs finanziert, mit denen sie Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt nach München holt. Zudem werden mit Deutschlandstipendien besonders gute Studenten unterstützt.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft hat ihre Spende explizit an letztere Stipendien gekoppelt, mit den 540 000 Euro werden 100 dieser Stipendien drei Jahre lang finanziert. Wissen sei die Basis für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Bayern, sagte der Präsident der vbw, Alfred Gaffal. Deshalb unterstütze man "den Nachwuchs gerne".

Die TUM wird in internationalen Rankings immer wieder als eine der besten Universitäten der Welt aufgeführt und so unterstützen immer mehr Unternehmen den Nachwuchs aus München, denn der forscht unter anderem an Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und Robotik. Alles Bereiche, die für die Industrie in den kommenden Jahren entscheidend sein werden, ganz gleich ob für einen Automobilkonzern wie Volkswagen oder für einen Hersteller von Halbleitern wie Infineon. Beide Firmen sind schon länger an Forschungsprojekten der Universität beteiligt, in einem geht es derzeit zum Beispiel um die Sicherheit beim autonomen Fahren, in einem anderen, bei dem Volkswagen mitmacht, um erneuerbare, emissionsarme Kraftstoffe - für eine Firma, die derzeit vor allem im Abgasskandal auffällt, ein wichtiges Forschungsfeld.

Erst im März hatte Google als erstes Unternehmen von außerhalb Europas eine Million Euro an die Stiftung der TUM gegeben und mit der Universität einen Rahmenvertrag für gemeinsame Forschung geschlossen. Beides sei unabhängig voneinander zu betrachten, betont man bei der TUM. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bringt der Universität nicht nur gute Ergebnisse in Rankings ein, sondern auch Kritik - zum Beispiel, als Ende 2017 die Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz der TUM 20 neue Professuren für Betriebswirtschaftslehre geschenkt hatte.

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