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Coronavirus in Starnberg:CSU-Basis bittet um Lockerung des Lockdowns

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Viele Geschäfte müssen derzeit geschlossen bleiben.

(Foto: dpa)

Beim "Ascherdonnerstag" mit Generalsekretär Markus Blume und Landrat Stefan Frey sorgen sich Mitglieder um die Stimmung in der Bevölkerung - und um das Wahlergebnis.

Von Armin Greune

Corona und Wahlkampf: Diesen beiden Themen hat sich der CSU-Ortsverband an seinem traditionellen "Ascherdonnerstag" gewidmet, der als Videokonferenz unter dem Motto "Blume, Frey Haus" mit bis zu 36 Teilnehmern stattfand. Die Moderation übernahm Ortsvorsitzende Charlotte Meyer-Bülow, als Redner und Ansprechpartner waren Landrat Stefan Frey und Generalsekretär Markus Blume geladen. Letzterer stand der Starnberger Basis mehr als eine Stunde Rede und Antwort, wobei die meisten Fragen und Anregungen gleich beide Themen abdeckten: Starnbergs CSU setzt sich für Lockerungen des Lockdowns ein - gerade weil sie sich um den Ausgang der Bundestagswahl im Herbst sorgt.

Teilnehmer finden Regeln und wechselnde Grenzwerte nicht mehr nachvollziehbar

Blume begann mit einem Rückblick auf den virtuellen politischen Aschermittwoch am Vortag: "Eine tolle Veranstaltung, bei der die Teilnehmer applaudieren, ihre Dirndl zeigen und Fähnchen schwenken konnten." Der Ascherdonnerstag fiel wesentlich nüchterner aus, selbst wenn Norbert Kraxenberger bekannte, "gestern in der Südkurve dabei gewesen" zu sein. Der Kreischef der Senioren-Union trug verhalten Kritik vor und monierte die undurchsichtige Vergabe von Impfterminen. Er fand, dass "die Maßnahmen im Lockdown nicht immer nachvollziehbar sind" und fragte, warum Buchhandlungen geschlossen bleiben müssten, während für Lebensmittelgroßmärkte kaum Einschränkungen bestünden.

Knapp 40 Teilnehmer waren beim verspäteten Aschermittwoch der CSU an den Bildschirmen dabei.

(Foto: Privat)

"Das Ganze kippt", warnte auch Hannelore Hartmann. Sie bat, "auf den Ministerpräsident einzuwirken", um Familien "ein bisschen mehr Perspektive" bei der Freizeitgestaltung zu bieten - etwa indem Zoos und Zirkusse wieder öffnen. Andreas Weger ergänzte, die wechselnden Inzidenzgrenzen 35 und 50 wirkten "vermeintlich aus der Tasche gezogen". So entstehe der Eindruck, "der Söder will uns nur noch knechten". Blume verstand die Ungeduld, warb aber für die Strategie "Step by Step eine Brücke zu bauen, um nicht wieder umkehren zu müssen." Frey ergänzte, dass sich der Grenzwert von 35 in der Praxis bewährt habe; darüber hinaus ließen sich die Kontakte der Infizierten nicht mehr nachverfolgen - obwohl dazu im Landkreis 50 Personen abgestellt seien.

Silke Gadilhe fürchtete, auf die Wahl könnten sich Steuerrückzahlungen auswirken, die im September wegen des Regressionsvorbehalts fällig würden. Das beträfe pandemiebedingte Kurzarbeiter wie Busfahrer, Friseure und Gastronomie-Beschäftigte, die dann mit 1200 Euro Gehalt 500 Euro Steuern nachzahlen müssten. Dies könne die Union Stimmen kosten und auch bei den übrigen Wählern Mitleid erzeugen. Blume hatte dazu zwar "keine Antwort parat - aber das schauen wir uns an, das verspreche ich ihnen".

Weger war bestürzt, dass die Union mit den Grünen als Koalitionspartner "liebäugelt". Wohl unabsichtlich gab er stattdessen die Parole aus: "Wir müssen schauen, dass die CSU die stärkste Partei in Bayern wird." Blume stimmte insofern zu, dass man "nicht auf andere schauen" sollte. Es gelte, bei Fragen wie Umwelt- und Klimaschutz selbst anzupacken. Für die Union gebe es "keinen natürlichen Koalitionspartner", man wolle aber auch "nicht als Ewiggestrige gelten".

© SZ vom 20.02.2021
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