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Schule:Bürgerbegehren zum Herrschinger Gymnasium startet

Die Initiatoren benötigen 720 Unterschriften für einen Entscheid über den Standort.

Das Bürgerbegehren zum Standort eines Gymnasiums in Herrsching läuft. Die Unterschriftenlisten lägen in den Geschäften aus, sagte Gerhard Knülle, einer der Initiatoren, am Mittwoch. Damit es zu einem Bürgerentscheid kommt, müssen etwa 720 Herrschinger - neun Prozent der Wahlberechtigten - das Bürgerbegehren unterschreiben, und die Fragen müssen zulässig sein. Knülle und sein Parteikollege, der CSU-Gemeinderat Willi Welte, wollen einen Bürgerentscheid, weil sie der Meinung sind, dass der vorgesehene Standort im Mühlfeld im Süden der Gemeinde nicht geeignet sei. Sie wollen die Rückkehr zum ursprünglich favorisierten Areal im Gewerbegebiet an der Seefelder Straße im Norden Herrschings.

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Die Fragestellung

Das Bürgerbegehren enthält zwei Fragen. Sie lauten: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Herrsching das Planfeststellungsverfahren zum Bebauungsplan Nr. 67 Gymnasium Herrsching im Bereich der Grundstücke Fl.Nr. 1614, 1619, 1616, 1625 und 1624, zwischen der Panoramastraße und der Staatsstraße ST2067 der Gemarkung Herrsching (Mühlfelder Str.) einstellt?" Und: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Herrsching unverzüglich Grundstückskaufverhandlungen mit den Grundstückseigentümern an der Seefelder Straße aufnimmt und führt, um die zunächst für das Gymnasium Herrsching vorgesehenen Grundstücke für die Realisierung des Gymnasiums Herrsching am Standort Seefelder Straße zu erwerben?"

Die Initiatoren

Gerhard Knülle ist sehr zufrieden mit der Info-Veranstaltung am Montag. Dass das Interesse so groß war, ist für ihn der Beweis, dass die Bürger bisher nicht genügend oder nur einseitig über die Standortfrage informiert gewesen seien. Er bekräftigt noch einmal, dass es nicht darum gehe, das Gymnasium zu verhindern, sondern um den besten Standort. Und der liegt für ihn und Welte im Gewerbegebiet. Dort könnte nicht nur das Gymnasium gebaut werden, sondern auch Wohnungen und eine Event-Arena. Die Kaufverhandlungen mit den Grundstückseigentümern von vor fünf Jahren seien deshalb gescheitert, weil sie "unsachlich und diskriminierend" abgelaufen seien. Jetzt aber sei die Bereitschaft zu verkaufen da. Die Eigner würden 70 Prozent ihrer Grundstücke, etwa 30 000 Quadratmeter, günstig an die Gemeinde verkaufen, wenn sie die übrigen 30 Prozent als Bauland weiterverkaufen könnten. "Mir geht es um Fairness und Gerechtigkeit", sagt der 80-Jährige.

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Der Bürgermeister

Der Anwalt der Gemeinde werde sich nun mit der Fragestellung des Bürgerbegehrens beschäftigen, sagt Bürgermeister Christian Schiller. Er verweist darauf, dass Kopplungsgeschäfte unzulässig seien, wie von Knülle und Welte vorgeschlagen. Und selbst wenn die Gemeinde kaufen würde, sei ein langwieriges Umlegungsverfahren nötig, weil die Grundstücke der einzelnen Eigentümer nicht überall nebeneinander liegen. Schiller: "Das sind lauter Fleckerl." Das wisse auch Gemeinderat Welte. "Das ganze ist ein Verhinderungsbegehren."

Der Landrat

"Wir werden an unserem Grundstück festhalten", sagt Landrat Karl Roth. Die Pläne für den Bau des Gymnasiums im Mühlfeld - Bauherr ist der Landkreis - seien viel zu weit fortgeschritten. "Es gibt für uns kein Zurück." An diesem Dienstag hätten sich fünf Planungsbüros getroffen, die nächste Sitzung finde am 22. Januar statt. Für die Kreistagssitzung am kommenden Montag habe die Verwaltung zum aktuellen Stand der Planung eine Präsentation vorbereitet, die aber auch zeige, um wie viel Prozent das Gymnasium teurer werde pro Jahr Verzögerung.

Der Förderverein

Am Dienstag, 18. Dezember, lädt der "Förderverein für ein zweites Gymnasium im westlichen Landkreis" zu einer Info-Veranstaltung ein. Daran teilnehmen werden Landrat Roth, Bürgermeister Schiller und Kreiskämmerer Stefan Pilgram. Es geht um den aktuellen Stand, um Details und die nächsten Schritte. Beginn ist um 18.30 Uhr im Seehof Herrsching.