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Gymnasium Herrsching:Bürgerbegehren stößt auf Kritik

Wohin soll das neue Gymnasium? Großes Interesse zeigen die Herrschinger an der Diskussion über den künftigen Standort. Gerhard Knülle (rechts) trägt seine Argumente vor.

(Foto: Arlet Ulfers)

250 Besucher verfolgen die Diskussion über den geplanten Standort für die Schule. Es kommt zu Zwischenrufen.

Bis auf den Flur drängen sich die Besucher am Montagabend im Kultursaal des Andechser Hofs. Etwa 250 Besucher sind gekommen, um an der Auftaktveranstaltung zum Bürgerbegehren gegen ein Gymnasium an der Mühlfelder Straße teilzunehmen. Eingeladen hatten die beiden Initiatoren Willi Welte und Gerhard Knülle. Grundlage für das Bürgerbegehren sei, dass sich sechs von acht Grundstückseigentümern an der Seefelder Straße bereit erklärt hätten, ihren Grund für einen Quadratmeterpreis von 70 Euro an die Gemeinde zu verkaufen, um im Gegenzug auf der verbliebenen Fläche Baurecht zu erhalten. Damit stünde mehr als genug Fläche zur Verfügung, um das Gymnasium zu realisieren, eine Entlastungsstraße ins Gewerbegebiet zu bauen und sozialen Wohnraum zu schaffen. Auch den Bau einer Mehrzweckhalle, die etwa auch von Herrschings Volleyballern genutzt werden könnte, bringt Welte erneut ins Gespräch. Wofür genau man den verbliebenen Grund jedoch verwende, sei letztlich der Gemeinde überlassen, erklärt er. "Uns geht es vor allem um das Gymnasium und die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum." Das Grundstück in Mühlfeld hingegen halten die beiden vor allem auf Grund der Verkehrssituation und des schwierigen Baugrunds für die falsche Entscheidung Außerdem, so Knülle, bliebe dort nicht genug Fläche für eine zukünftige Erweiterung der Schule.

Welte, der für die CSU im Gemeinderat und Kreistag sitzt, wirft Bürgermeister und Landrat vor, sie hätten nicht ausreichend über die Verhandlungen im Mühlfeld informiert. Außerdem sei der Gemeinderat bei der Entscheidung für das Grundstück mit der Aussage, das Gymnasium würde sonst nach Seefeld gehen, unnötig unter Druck gesetzt worden. Weiter kritisieren die Beiden, dass es noch immer "keine realistische Kostenschätzung" für den Bau der Schule gibt. Dass der Landkreis ausreichend Mittel zur Verfügung hat, um die Grundstücke am Alternativstandort zu erwerben, halten beide für gesichert. Bis Ende 2019 habe er das Recht, von den Grundstückskäufen in Mühlfeld zurücktreten, sagt Knülle.

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Bereits in den ersten Minuten des Vortrags machen Zwischenrufe deutlich, dass nicht nur Freunde des Bürgerbegehrens im Saal sitzen. Lauter jedenfalls sind dessen Kritiker. Nicht selten gleichen die Fragen, die Welte und Knülle gestellt werden, Plädoyers gegen das Bürgerbegehren.

Aus der genauen Fragestellung für den möglichen Bürgerentscheid machen Welte und Knülle bis zum Ende der Veranstaltung ein Geheimnis. Erst dann wird die Unterschriftenliste bereit gelegt. Daraus geht ein zweiteiliges Begehren hervor, in dem zum einen gefordert wird, das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan "Gymnasium Herrsching" im Mühlfeld zu beenden. Zum anderen soll die Gemeinde in Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern an der Seefelder Straße eintreten. Jeder der beiden Teile, so heißt es dort, sei auch dann gültig, wenn der jeweils andere sich "erledige"oder als "ungültig herausstellte". Die Gefahr, dass damit das Gymnasium als solches auf dem Spiel stehe, weist Knülle von sich. Bisher spricht jedoch alles dagegen, dass der Landkreis sich bereit erklären könnte, ein weiteres Mal Grundstücke zu erwerben.

"Hier können sich die Bürger keineswegs zwischen zwei Standorten entscheiden", empörte sich Bürgermeister Christian Schiller. "Das einzige, was mit dem Begehren möglich ist, ist die Verhinderung des Gymnasiums."

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