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Gastronomie im Landkreis Starnberg:Wörthsee-Alm wird zur Sportbar

Die Eigentümer des Lokals trennen sich nach Unstimmigkeiten von den alten Wirten, die auf ausgelassene Feste und Live-Musik gesetzt hatten. Die beiden neuen Pächter renovieren bereits, Wiedereröffnung soll spätestens im Mai sein.

Von Lisa Hamm

In der Wörthsee-Alm hat es sich vorerst ausgefeiert. Hippieflair und Lagerfeuerstimmung, zusammen mit lässigen Wirten und Live-Musik findet man im Inninger Ortsteil Schlagenhofen nun wohl nicht mehr so bald. Die Eigentümer des Lokals haben die Notbremse gezogen, die ehemaligen Wirte "Mato" Piechota, Andreas Kuriat und Heiko Kühl, die 2018 das Lokal neu eröffneten, müssen raus. Die Alm sei mittlerweile heruntergekommen, sagt Gerald Zitko, der seine Mutter Ilse Zitko als Eigentümerin der Räumlichkeiten vertritt. Nach seinen Angaben gab es Ärger wegen Ruhestörungen; Reparaturen und Reinigungsarbeiten seien vernachlässigt worden. Das sei ihm als Verpächter zuletzt zu viel geworden: "Nur Müll und Dreck haben die hinterlassen", sagt Zitko. Ihn störte auch, dass die Wirte in den vergangenen zwei Jahren immer häufiger private Feste veranstaltet, unter der Woche aber keinen normalen Gastbetrieb geführt hätten.

In Zeiten von Corona war so etwas wie ein Gastbetrieb aber auch kaum möglich. "Wir sind in Schräglage gekommen", erzählt der ehemalige Geschäftsführer der Wörthsee-Alm, der nicht genannt werden möchte. "Es ist schwierig, da oben ein To-Go- Geschäft zu führen - wir waren ja eher auf Events ausgelegt." Gerade mit ihren ausgelassenen Festen machte sich die Wörthsee-Alm in den vergangenen Jahren einen Namen. In der etwas abseits zwischen den Wiesen und Wäldern Innings gelegenen Gaststätte konnte es schon mal lauter werden, man ging dort nicht nur zum Essen oder Trinken hin. Es war ein Treffpunkt für alle, die sich der Spießigkeit klassischer Lokale widersetzen, oder einfach mal auf ein paar Bier mit Freunden zusammenkommen wollten - draußen oder drinnen, auf dem Boden oder auf Stühlen, bei lauter oder ruhiger Musik. In der Wörthsee-Alm, wie man sie von 2018 bis 2020 erlebte, ging es "um ein Lebensgefühl", sagt der ehemalige Geschäftsführer. "Es fällt schwer. Wir hatten da eine schöne Zeit mit vielen Weggefährten und Freunden." Vergleichbare Lokale im Landkreis gibt es kaum, einige Gäste werden die Atmosphäre dort sicherlich vermissen. Es werde aber "mit Sicherheit an anderer Stelle weitergehen", so der frühere Betreiber der Alm.

Und auch die Wörthsee-Alm wird nicht dauerhaft geschlossen bleiben - es gibt sogar schon zwei neue Pächter. Ende Januar haben die alten Pächter die Alm geräumt; nun beginnen die Neuen mit den Renovierungsarbeiten. Der Stil des neuen Lokals soll sich von dem der Vorgänger abheben: Eine Sportbar mit Live-Übertragungen soll es nun sein, zum Beispiel von Fußballevents. Die neuen Pächter wollen ein Angebot für die dort ansässigen Bewohner schaffen, "für die Leute, die abends mit ihrem Hund Gassi gehen", lässt die Pächterin verlauten, die noch ungenannt bleiben will. Sie könne sich Themenabende wie eine Schlager- oder eine Rocknacht vorstellen. Es werde dazu "Bier, Cocktails, Kaffee" geben.

Einiges müsse man zurückbauen. Der Innenbereich soll komplett umgestaltet werden. Ziel sei es, bereits an Ostern zu öffnen, das hänge aber von Corona ab. Spätestens im Mai soll es so weit sein.

© SZ vom 10.02.2021
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