bedeckt München 17°
vgwortpixel

Kommunalwahl in Seefeld:Kögel überholt Zimmermann

Klaus Kögel

(Foto: Arlet Ulfers)

Der CSU-Kandidat wird mit 52 Prozent Bürgermeister von Seefeld - im ersten Wahlgang lag der Konkurrent der Grünen vorn.

Der neue Bürgermeister von Seefeld heißt Klaus Kögel von der CSU. Das Ergebnis der Stichwahl fiel äußerst knapp aus. Sieger Kögel landete mit 52 Prozent nur vier Prozentpunkte vor seinem Kontrahenten Thomas Zimmermann von den Grünen. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen war Zimmermann auf 31,2 Prozent der Stimmen gekommen, Kögel landete nur bei 25,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung legte noch einmal zu: von 67,2 auf 71,1 Prozent. Insgesamt hatten 4110 Seefelder ihre Briefwahlunterlagen abgegeben. Manager Kögel ist 61 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern und hat eine Enkelin. Kommunalpolitisch war er bisher nicht aktiv.

"Das wird eine enge Kiste", vermutete Fritz Cording mit Blick auf die Stöße der gelben Stimmzettel, die sich am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr nicht groß unterscheiden. Der Rathaus-Geschäftsleiter sollte recht behalten. Erst um 20 Uhr wurde das Ergebnis bekanntgegeben, weil ganz genau gezählt werden musste. 2106 Seefelder setzten auf den CSU-Mann, auf den Grünen entfielen 1945 Stimmen.

Die Enttäuschung war dem 52-jährigen Zimmermann anzuhören. Bei der Gemeinderatswahl vor zwei Wochen war auch der Häufelkönig mit den meisten Stimmen aller Kandidaten gewesen. Er werde sich nun im Gemeinderat gemeinsam mit allen anderen für ein zukunftsfähiges Seefeld einsetzen. Ob er den Posten des Vize-Bürgermeisters anstrebt, wollte er am Sonntag noch nicht sagen, aber "48 Prozent der Seefelder stehen hinter mir, das hat schon Gewicht", sagte er.

Mit Klaus Kögel behält die CSU das Bürgermeisteramt in Seefeld, das 30 Jahre lang Wolfram Gum innehatte. Die Streitereien im CSU-Ortsverband hat die Mehrheit der Seefelder Wähler offensichtlich nicht davon abgehalten, konservativ abzustimmen. Zur Freude Kögels. Er sprach in einer ersten Stellungnahme allen Fraktionen seinen Dank für den fairen Wahlkampf aus. "Ich freue mich auf eine sachorientierte, transparente Zusammenarbeit in allen Gremien. Gerade in der heutigen Zeit ist Zusammenhalt und Solidarität das Gebot der Stunde."

Er trete das Amt mit Respekt, Engagement, aber auch mit viel Freude an, sagte er. Nun werde er sich unmittelbar über den aktuellen Sachstand der Coronakrise informieren, sowohl auf kommunaler als auch auf Landkreisebene, um alle notwendigen Maßnahmen und Unterstützungsleistungen, die die Gemeinde erbringen könne, zu koordinieren. Die Zeit bis zur Amtsübergabe am 1. Mai wolle er nutzen, um sich von Wolfram Gum über die wesentlichen Themen informieren zu lassen. Des Weiteren wolle er sich von allen Verwaltungsmitarbeitern ein Bild machen. Zusammen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung soll dann eine Prioritätenliste erstellt werden. "Vieles davon derzeit leider nur per Video-Konferenzen und Telefon." Für Kögel rückt in den Gemeinderat nun Stefan Kalski nach.

Womit hat es der neue Bürgermeister im neuen Gemeinderat zu tun? Mit einer starken und selbstbewussten Grünen-Fraktion, die von zwei auf fünf Plätze hochschnellte, mit einer dezimierten CSU, die drei Plätze verlor, nur noch vier Vertreter und den Bürgermeister stellt. Dann gibt es einen starken Block parteifreier Fraktionen. Die FWG hat nun fünf, der BV vier Sitze, je einen mehr. SPD und FDP verloren je einen Sitz und haben noch zwei beziehungsweise nur noch einen. Klaus Kögel "wird sich viele Partner suchen", meint Noch-Bürgermeister Wolfram Gum. Natürlich werde er seinem Nachfolger helfen, wenn dieser das wünscht. "Ich möchte, dass es mit Seefeld vernünftig weitergeht."

© SZ vom 30.03.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite