Kommunalwahl:Durchstarten statt auflösen

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Die erneuerte UBG geht mit Schwung an den Start: (von links) Ariane Eiglsperger, Andreas Albath, Kirsten Platzer, Markus Proksch, Richard Eck und Jasmin Klingan stehen bereit, 2020 für den Gemeinderat zu kandidieren.

(Foto: Nila Thiel)

Die "Unabhängigen Bürger Gauting" (UBG) stellen jetzt drei Gemeinderäte. Sie haben ihre Homepage neu gestaltet, werden in den sozialen Netzwerken vertreten sein und wollen mit neuen Mitgliedern im Wahlkampf aufwarten

Von Blanche Mamer, Gauting

Die Gruppierung "Unabhängige Bürger Gauting", UBG, mit Gemeinderat Richard Eck startet durch und steckt ihr Feld ab für die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Bei der Jahresversammlung am Mittwoch stellte Eck seine bis jetzt parteifreien Kolleginnen Ariane Eiglsperger und Kirsten Platzer als neue Mitglieder vor, wodurch die UBG ab sofort drei Vertreter im Gemeinderat hat und damit die drittstärkste Fraktion stellt. Alle drei wollen erneut kandidieren. Mit einem neu gestalteten jungen Logo, einem übersichtlich konzipierten Internetauftritt und Präsenz in den sozialen Medien will die UBG nach bald 25 Jahren ihr Image aufpolieren und mit neuem Schwung die 2020er beginnen.

Zudem stellten sich vier weitere neue Mitglieder vor, die der Initiative "Zukunft Gauting" angehören und sich auf der Kandidaten-Liste der UBG für den Gemeinderat bewerben wollen: Jasmin Klingan, Andreas Albath, Markus Proksch und Tammo Körner. Am längsten bekannt ist Jasmin Klingan, die zehn Jahre lang Elternbeiratsvorsitzende am Gautinger Gymnasium war, Albath ist im Januar 2018 als Mitbegründer und Vorsitzender von Zukunft Gauting aktiv geworden, um den umstrittenen Sontowski-Bau auf dem ehemaligen Grundschulareal durchzusetzen. Proksch und Körner sind ebenfalls im Vorstand von Zukunft Gauting.

Eck, der seit 1996 im Gemeinderat ist, berichtete, dass es Überlegungen gab, die UBG aufzulösen, da die Mitglieder überaltert sind. Auch Eiglsperger und Platzer sprachen von Ermüdungserscheinungen, doch durch die gute Zusammenarbeit mit Eck seien sie zu einem zweiten Anlauf bereit. Eck erklärte, die UBG werde sich auch weiterhin für die ureigenen Gautinger Themen einsetzen und sich für eine gute und nachhaltige Entwicklung seines Heimatortes engagieren. Das wären beispielsweise bezahlbarer Wohnraum, die Erhöhung der Einnahmen der Gemeinde, sprich mehr Gewerbesteuer durch die Schaffung von drei Gewerbegebieten, neue Ideen zum Verkehr. Angesichts der derzeit extrem langen Staus am Hauptplatz wird auch wieder der alte Gedanke für eine zweite Brücke über die Würm laut. Schließlich hatte die UBG 1997 bereits ein Bürgerbegehren zum Bau einer Nordbrücke am Ortsrand von Gauting im Grubmühler Feld (zwischen der Planegger Straße und der Grubmühlerfeldstraße am südlichen Parkplatz des Friedhofs) initiiert, das aber scheiterte. Wichtig sei ihm auch, die Bürger sachlich und faktenorientiert zu informieren, betonte Eck. Besonders bei strittigen Themen mangele es oft an fundiertem Wissen. Bei der Kontroverse um das Grundschulareal habe der sogenannte Faktencheck jedenfalls gut funktioniert.

Anfragen und Vorschläge könnten die Bürger direkt über die Website an die UBG richten. Es solle zudem nicht nur in den sozialen Medien diskutiert werden, sondern nach den Sommerferien auch bei den regelmäßigen öffentlichen UBG-Infoveranstaltungen und den vierteljährlichen Stammtischen. Im November werde das Wahlprogramm fertig sein und die Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl vorgestellt, sagte er.

Kritik aus den Reihen der Mitglieder gab es zu den Bauarbeiten am Hauptplatz und dem ständigen Stau, der zum Teil durch die vorgegebene Ampelschaltung verstärkt werde, wie Peter Babzien aus Stockdorf monierte. Harsche Missbilligung gab es auch gegenüber Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und dessen Ablehnung der Planung des Ecoparks im Unterbrunner Holz. Dabei baue Gilching ein Gewerbegebiet nach dem anderen direkt angrenzend an Gautinger Flur, kritisierte Albath. Für Eck ist es von großem Vorteil, dass die UBG bei diesem Thema keine Rücksicht auf Parteiinteressen nehmen müsse und die Argumente klar formulieren könne.

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