Immobilienbericht Starnberg - wo Wohnen teurer ist als in München

Der Wohnungsbau kann den Preisanstieg nicht dämpfen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Mieten und Immobilienpreise erreichen im Landkreis Rekorde. Nur in kleinen Orten sind Häuser für unter einer Million Euro zu haben. Eine Übersicht für neun Gemeinden:

Von David Costanzo

Wenn von hohen Mieten und teuren Häusern die Rede ist, geht es immer nur um München. Dass die Preise in Starnberg und in weiten Teilen des Landkreises deutlich über denen in der Landeshauptstadt liegen und auch immer weiter steigen, wie die jüngste Marktstudie zeigt, gerät leicht in Vergessenheit - und damit auch das Schicksal der Menschen, die nicht jeden Betrag aufbringen können.

Der neue Umlandbericht des Immobilien- und Maklerverbands IVD weist neue Rekordsummen aus - verbunden mit dem Befund, dass die Preise zumindest nicht mehr ganz so stark gestiegen sind wie in vergangenen Jahren oder in bislang günstigeren Kreisen. Neun Landkreisgemeinden sind in der Studie verzeichnet, in den übrigen gab es nicht genug Verkäufe, um eine ausreichende Datengrundlage zu schaffen - angegeben sind die Durchschnittspreise in der Kategorie guter Wohnwert:

Starnberg

Das größte Problem sei das extrem kleine Angebot am Markt, stellen die Experten fest. Eigentümer hätten derzeit keinen Anreiz Immobilien zu verkaufen, während immer mehr Anleger wegen der Rendite in den Markt drängten. In der Folge steigen die Preise - und auf teuren Grundstücken kann keiner billig bauen. Einfamilienhäuser kosteten zuletzt 1,7 Millionen Euro, genau 100 000 Euro mehr als im Vorjahr - und sogar acht Prozent mehr als in München. Neue Doppelhaushälften kletterten im Preis gar von 1,15 auf 1,4 Millionen. Wer sich ein Reihenhaus zulegen will, muss mit 820 000 Euro rechnen - ein Plus von fast zehn Prozent innerhalb eines einzigen Jahres. Für die Marktbeobachter ist das schon eine Beruhigung, während die Mieten weiter galoppieren - im Neubau um mehr als einen Euro auf 19,40 Euro pro Quadratmeter kalt. Das sind drei Prozent mehr als in der Landeshauptstadt. Im Bestand werden 16,60 Euro und im Altbau 16,30 Euro fällig. Satte 21 Prozent mehr als in München kosten durchschnittliche Doppelhaushälften zur Miete - 3060 Euro im Monat kalt.

In Starnberg können selbst Manager sich nur noch ein Reihenhäuschen leisten

Und der Garten ist so groß wie ein Handtuch, sagt der Chef des Gutachterausschusses im Landkreis. Die Preise erreichen selbst hier neue Rekorde. Von David Costanzo mehr ...

Feldafing

Hier liegen die Preise deutlich darunter. Wobei die Studie mit der Kuriosität aufwartet, dass ein Einfamilienhaus mit knapp unter einer Million Euro günstiger zu haben ist als eine neue Doppelhaushälfte mit etwas mehr als einer Million und selbst Reihenhäuser an die Millionenmarke heranreichen. Die Mieten liegen je nach Baujahr von 10,70 bis 13,50 Euro.

Gauting

Markant in der Würmtalgemeinde ist, dass Eigentumswohnungen teurer als in der Kreisstadt sind - durch laut Studie "prestigeträchtige Neubauten", die im Schnitt für 7000 Euro pro Quadratmeter verkauft wurden. Auch sonst liegen die Preise fast auf Starnberger Niveau, mit Ausnahme der etwas günstigeren Mieten mit fast 15 Euro in Altbau und Bestand und 16 Euro im Neubau pro Quadratmeter.

Herrsching

Hier diagnostizieren die Experten "passable Preise" - wobei diese aber kaum unter denen in München und teils über denen im Landkreis Starnberg liegen. Auch hier kostet eine neue Doppelhaushälfte im Schnitt über eine Million Euro. Und selbst die gebrauchte Doppelhaushälfte verteuerte sich im Jahresvergleich um 125 000 Euro auf 750 000 Euro. Auch die Mieten toppen im Neubau die 16 Euro.

Inning

Die Gemeinde ist die günstigste der in der Studie verzeichneten Ortschaften. Die Millionenmarke ist noch weit entfernt - selbst bei Einfamilienhäusern, die sich um mehr als zehn Prozent auf 830 000 Euro verteuert haben. Mietwohnungen gibt es noch für 12 und 13 Euro pro Quadratmeter kalt. Und Doppelhaushälften sind für 1550 Euro Monatsmiete zu haben.

Krailling

Nicht ganz so teuer wie Gauting wohnt es sich in Krailling. Die Preise für Häuser kratzen an der Millionenmarke, Reihenhäuser sind zumindest laut Marktbericht mit 600 000 Euro vergleichsweise günstig zu haben. Die Mieten liegen zwischen 13 und 15 Euro.

Pöcking

Die ohnehin teure Gemeinde erreicht einen einsamen Spitzenwert im München-Vergleich: Die Monatsmiete für eine durchschnittliche Doppelhaushälfte aus dem Bestand kostet 3200 Euro kalt - das sind 26 Prozent mehr als in der Landeshauptstadt. Selbst in Starnberg sind es nur 3060 Euro. Alle anderen Preise orientieren sich an denen in der Kreisstadt.

Tutzing

Die "unrealistisch hohen Preise" der vergangenen Jahre werden nach Angaben der Experten in Tutzing nicht mehr gezahlt. Einfamilienhäuser schlagen dennoch mit im Schnitt 1,6 Millionen Euro zu Buche. Reihenhäuser sind für 700 000 Euro zu haben. Die Mieten erreichen je nach Baujahr 11,60 Euro bis 15,60 Euro.

Wörthsee

Wenige Preisangaben gibt es für die 5000-Einwohner-Gemeinde. Einfamilienhäuser sind mit im Schnitt 885 000 Euro verzeichnet und Bestandsmieten mit 12,50 Euro pro Quadratmeter kalt.