Söder bei den Landfrauen:"Eine bayerische Energie"

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Söder bei den Landfrauen: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (2.v.li.) trifft im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching auf "Frauenpower vom Land".

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (2.v.li.) trifft im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching auf "Frauenpower vom Land".

(Foto: Arlet Ulfers)

Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens umschmeichelt der Ministerpräsident in Herrsching die Landfrauen - und schickt nach Berlin die Forderung nach besseren Voraussetzungen für Biogasanlagen.

Von Paul Wiese

Besuche des bayerischen Ministerpräsidenten in Herrsching sind quasi Heimspiele für Markus Söder - entsprechend groß ist auch die Freude im "Haus der Bayerischen Landwirtschaft" darüber, dass Söder dem Landesausschuss der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband (BBV) am Montag einen launigen Besuch abstattete.

Von Beginn an ist zu spüren: Die Landfrauen mögen den Ministerpräsidenten, der Ministerpräsident ist ein großer Freund der Bäuerinnen. Und zum Auftakt "75 Jahre Landfrauen im BBV" muss der Landesvater an diesem Nachmittag auch nicht aus seiner Komfortzone: Landwirtschaft zählt zu seinen Steckenpferden. Die positive Stimmung im Saal nutzt er deshalb gleich zu Beginn für eine Lobeshymne: "Wir sind brutal stolz auf die Landwirtschaft in Bayern", betont Söder, die Landfrauen seien die "Heldinnen unseres Landes". Er zollt den Bäuerinnen Respekt und bescheinigt ihnen Hartnäckigkeit und Innovationsgeist.

Die Forderung der Landesbäuerin: verlässliche Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft

Trotz aller Liebe versäumt es Landesbäuerin Christine Singer nicht, Forderungen an die Politik zu stellen: "Wir brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene", mahnt sie an. Denn aktuell ist viel in Bewegung. Den Schlüssel, um die Erde und das Klima zu schützen, sehen die Landfrauen in den Bereichen Ernährung, Umwelt, Energie und Natur. "Für die aktuellen Themen können Bäuerinnen und Bauern Lösungen anbieten", sagt Singer. Bauernverbandspräsident Günther Felßner betont derweil, wie wichtig der Dialog zwischen Gesellschaft und Politik sei. "Wir sollten nicht Angst vor Veränderung haben, sondern Lust auf die Zukunft." Der Ansatz für die Landwirte: Sie sollen Motor und Ideengeber sein.

Söder bei den Landfrauen: Was Landfrauen beschäftigt: Ministerpräsident Markus Söder - flankiert von BBV-Präsident Günther Felßner und Landfrauen-Chefin Christine Singer - stellt sich drängenden Fragen zur Zukunft der Landwirtschaft.

Was Landfrauen beschäftigt: Ministerpräsident Markus Söder - flankiert von BBV-Präsident Günther Felßner und Landfrauen-Chefin Christine Singer - stellt sich drängenden Fragen zur Zukunft der Landwirtschaft.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das findet Söder auch - und moniert fehlende Wertschätzung für die Nahrungsmittelproduzenten: "Wir brauchen mehr Respekt für die Landwirtschaft." In diesen schweren Zeiten zähle keine Ideologie mehr - eine kleine Attacke auf die Ampel-Regierung in Berlin. Dort wollten "einige den Tierbestand um 50 Prozent reduzieren". Zudem will Söder die "Flächenstilllegungsideologie" ein für alle mal beenden. Es sei eine Art von Sozialismus, wenn jemand anderes über das eigene Eigentum entscheidet.

Söder setzt gegen die Energiekrise auf Biogas und kleine Wasserstoffkraftwerke

Dass die Energiekrise für viele Bauern ein Problem darstellt, weiß auch Söder. Für Bayern setzt er deshalb auf bestimmte Energieformen: "Wir wollen, dass in Berlin mehr Möglichkeiten geschaffen werden, Flächen für Biogasanlagen zu nutzen", betont Söder im Gespräch mit der SZ. "Eine grundlastfähige Energie, eine bayerische Energie, die Möglichkeiten bietet, landwirtschaftliches Einkommen zu definieren." Zudem wolle er in Bayern die Energieinfrastruktur ausbauen und kleine Wasserstoffkraftwerke installieren.

Zwischendrin können die Landfrauen ihre Wünsche direkt an den Ministerpräsidenten richten. Per Online-Tool wurden die Aspekte gesammelt: Ehrlichkeit, Wertschätzung und Planungssicherheit sind die größten Wünsche an die weiß-blaue Regierung. Im Hinblick auf Planungssicherheit und Verlässlichkeit bleibt Söder vage: "Es ist nicht leicht, weil sich Dinge über Nacht einfach ändern", moniert er - und spricht die Bundesregierung zum Schluss direkt an: "Wir müssen uns gegen ideologische Vorschläge aus Berlin wehren!"

Singer dankt Söder für seinen Besuch und überreicht ihm zum Abschied eine Packung Nudeln und Tomatensoße: Eine fleischlose Mahlzeit, die Söder - trotz aller Sticheleien gegen den veganen Ernährungsstil, die er sich auch bei dieser Veranstaltung nicht verkneifen kann - eigentlich schmecken sollte.

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