Pasing Münchner hinterlässt seinem Sohn ein Sprengstofflager

Wie der Sammler an diese Waffen gekommen ist, ist unklar.

(Foto: Polizei)

Ein Mann stößt im Keller seines toten Vaters auf eine Kiste mit explosivem Material - wie es auch Terroristen verwenden.

Von Martin Bernstein

Weltkriegsmunition und Plastiksprengstoff hat ein Münchner offenbar jahrelang unbemerkt in seinem Keller gebunkert. Die merkwürdige Sammelleidenschaft des Mannes flog erst nach seinem Tod auf, als der 38 Jahre alte Sohn den Keller entrümpelte. Dabei stieß er auf die Kiste. Peinlich berührt vom gefährlichen Hobby seines verstorbenen Vaters, aber kurz entschlossen packte der Mann die Kiste in sein Auto und fuhr damit zur Pasinger Polizeiinspektion. Man könne in derartigen Fällen die Polizei auch ins Haus kommen lassen, merkte ein Polizeisprecher dazu am Mittwoch an.

Die Beamten in der Wache an der Institutstraße informierten angesichts des heiklen Kisteninhalts erst einmal ihren Vorgesetzten und die Einsatzzentrale, die wiederum zogen Spezialisten des Polizeipräsidiums sowie die technische Sondergruppe des bayerischen Landeskriminalamts hinzu. Die Experten identifizierten den Sprengstoff als "Nitropenta" (PETN). Der starke, hochbrisante und chemisch sehr stabile Sprengstoff wurde seit den Dreißigerjahren militärisch genutzt, in der jüngeren Vergangenheit aber auch von islamistischen Terroristen.

Im vorliegenden Fall stammte der Sprengstoff offenbar aus Weltkriegsbeständen. Wie und wann der Verstorbene, der in seiner eigenen Wehrdienstzeit bei den Pionieren gewesen war, an das Material gekommen war, blieb am Mittwoch zunächst offen. Außerdem lagen in der Kiste passende Zünder, zehn weitere Sprengkörper, etliche Munition sowie 14 bereits abgefeuerte Geschosshülsen. Der Sprengstoff war noch intakt. Nach Auskunft der Experten bestand jedoch keine unmittelbare Gefahr, da er nicht mit den Zündern verbunden war. Die Spezialisten des Landeskriminalamts nahmen die brisante Ladung gleich mit und ließen sie ordnungsgemäß entsorgen.