Eishockey:Andreas Schwarz bleibt ein Löwe

Der Tölzer Verteidiger hat sich für ein weiteres Jahr an den DEL-2-Klub gebunden, trotz anderer Angebote. Er habe sich dort einfach immer wohlgefühlt, sagt er. Der 25-Jährige hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich.

Von Johannes Schnitzler, Bad Tölz

Grün ist die Farbe seines Zahnschutzes, aber das ist schon das einzig Furchterregende an Andreas Schwarz, diesem freundlichen, blonden jungen Mann, der in Ansbach Internationales Sportmanagement studiert. Grün ist ja auch die Farbe der Hoffnung, und so muss man das wohl eher sehen, als Zeichen der Hoffnung auf bessere Zeiten, denn dieser grüne Zahnschutz (wenn Schwarz nicht die Farbe wechselt) wird auch in der kommenden Saison in den Reihen der Tölzer Löwen aufblitzen. Wie der Eishockey-Zweitligist mitteilte, hat Abwehrspieler Schwarz (den alle "Blacky" nennen) seinen Vertrag um ein Jahr bis 2022 verlängert. Er habe sich in der Mannschaft und im gesamten Umfeld immer wohl gefühlt, sagt der 25-Jährige, "das ist für mich klar der ausschlaggebende Grund gewesen, in Bad Tölz zu bleiben".

Die Löwen haben viel vor in der neuen Spielzeit, wann immer sie beginnen mag, das zeigt auch die Weiterverpflichtung von Torhüter Maximilian Franzreb, 23, der im Januar von den Eisbären Berlin kam und seinen Kontrakt vor Kurzem ebenfalls verlängert hat. Franzreb sagte, Platz fünf wie in der abgebrochenen vergangenen Saison sei machbar, mindestens. Das ist auch das Ziel von Schwarz, der seit dem Aufstieg der Löwen in die DEL 2 vor drei Jahren zum Stamm der Mannschaft gehört. Damals verteidigte er neben dem vielmaligen österreichischen Nationalspieler André Lakos und sagte, er wolle in eine Rolle als Leistungsträger hineinwachsen. Lakos ist schon lange wieder weg, Schwarz aber der erhoffte Leistungsträger geworden. Er könne sich auch in Unterzahl und Überzahl auf ihn verlassen, lobt Trainer Kevin Gaudet. "Er hat keine Angst, ist einer unserer besten Schussblocker. Unser Torwart liebt solche Verteidiger." Vom sehr jungen, unbekümmerten Offensivverteidiger hat sich Schwarz zu einem defensiven Stabilisator entwickelt. Als einer von nur drei Löwen bestritt er alle 52 Saisonspiele; dabei erzielte er zwar nur ein Tor (in seiner ersten Saison waren es in der Hauptrunde neun), steigerte seine Plus/Minus-Bilanz in dieser Zeit aber von -10 auf +10, das heißt: Wenn er auf dem Eis steht, mag er nicht mehr so torgefährlich sein - vor allem aber lässt er hinten weniger zu. Diesen Einsatz wissen auch die Tölzer Fans zu würdigen. In einer während der Pandemie-Pause erhobenen Umfrage zur Tölzer "Mannschaft des Jahrzehnts" wählten die Anhänger Schwarz als zweiten Verteidiger neben dem Haudegen Beppo Frank ins All-Star-Team - vor dem ehemaligen NHL-Profi Casey Borer und dem letztjährigen Top-Verteidiger Matt MacKenzie.

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