SPD-Umfrage zur OB-Wahl:Reiter führt nur knapp vor Schmid

SPD-Umfrage zur OB-Wahl: Noch ein mal davongekommen: Dieter Reiter (SPD) liegt laut einer Umfrage des Münchner Instituts für Marktforschung in der Wählergunst nur knapp vor Josef Schmid (CSU).

Noch ein mal davongekommen: Dieter Reiter (SPD) liegt laut einer Umfrage des Münchner Instituts für Marktforschung in der Wählergunst nur knapp vor Josef Schmid (CSU).

(Foto: Robert Haas)

Wer wird neuer Oberbürgermeister in München? Laut einer SPD-Umfrage würde es zu einer Stichwahl zwischen SPD-Kandidat Reiter und CSU-Bewerber Schmid kommen. Beim Thema Sympatie bekommen die Politiker aber eindeutige Zeugnisse.

Von Silke Lode

Wenn am kommenden Sonntag ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden würden, dann müssten die Münchner zwei Wochen später erneut an die Wahlurnen. Dieter Reiter (SPD) und Josef Schmid (CSU) liefern sich derzeit ein Rennen, bei dem Reiter mit 41 Prozent knapp vor Schmid (37 Prozent) liegt. Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage des Münchner Instituts für Marktforschung (MIFM), die die SPD am Dienstag vorgestellt hat. Sabine Nallinger (Grüne) käme demnach auf 20 Prozent. Michael Mattar (FDP) ist für Reiter, Schmid und Nallinger mit zwei Prozent kein ernst zu nehmender Konkurrent. Trotz des knappen Ergebnisses zeigte sich Reiter selbstbewusst: "Mein Ziel ist es, die OB-Wahl im ersten Wahlgang zu gewinnen." Dafür sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig.

Allerdings ist die Umfrage in einem anderen Punkt für Reiter weniger schmeichelhaft: Bei der Frage, welche OB-Kandidaten dem Namen nach bekannt seien, landet der SPD-Politiker noch hinter Nallinger auf Platz drei. Schmid kennen 46 Prozent der Befragten, Nallinger liegt mit 35 Prozent zwei Punkte vor Reiter. "Für mich ist das ein Ansporn", kommentierte Reiter am Dienstag diese Zahl. "Die Bekanntheit ist das wichtigste Thema." Als Ansporn sieht auch Sabine Nallinger das Ergebnis: "Seppi Schmid macht schon den zweiten Wahlkampf, für mich als Newcomerin ist das ein sehr gutes Zwischenergebnis. Und die Bekanntheit holen wir bis zur Wahl locker noch auf!"

Erfreuliche Ergebnisse liefert die Befragung für Reiter vor allem bei den Fragen nach seiner Kompetenz und Sympathie. Er polarisiert deutlich weniger als sein Konkurrent Schmid, den 39 Prozent eher unsympathisch finden - bei Reiter sagen das nur 13 Prozent der Befragten, bei Nallinger 18 Prozent. Den letzten Platz belegt Mattar, den mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten nicht mag. Das Ergebnis, auf das Reiter besonders stolz ist, betrifft die Frage nach seiner Eignung für das OB-Amt. Nur acht Prozent halten ihn ungeeignet, 92 Prozent trauen ihm die Aufgabe zu. Bei Nallinger sagt dies nur jeder Zweite, auch Schmid liegt mit 72 Prozent, die ihn für geeignet halten, deutlich hinter Reiter.

Während die Münchner in der Frage, wer OB Christian Ude im Amt nachfolgen soll, noch unentschieden sind, so würden sie derzeit trotzdem klar das rot-grüne Rathausbündnis wiederwählen. Mit 41 Prozent für die SPD und 15 Prozent für die Grünen hätte Rot-Grün eine klare Mehrheit. Die CSU könnte mit 32 Prozent rechnen, die Linke mit drei Prozent der Stimmen. Das freut vor allem SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann: "Rot-Grün ist unsere Wunschkonstellation, das ist eine Bestätigung unserer Arbeit." Das Ergebnis sei sogar besser als jenes der Kommunalwahl 2008.

Erhebliche Spekulationen

Für die Umfrage sind 603 Wahlberechtigte in München am Telefon befragt worden, damit ist sie laut Helmut Aumüller vom MIFM repräsentativ. Die Befragung hatte vor ihrer Veröffentlichung für erhebliche Spekulationen gesorgt, da die SPD den Präsentationstermin verschoben hatte. Es wurde gemunkelt, die Ergebnisse würden eine Favoritenrolle Schmids zeigen.

Davon kann nach den nun bekannten Zahlen nicht die Rede sein. Allerdings gibt es weitere, sehr viel detailliertere Ergebnisse, welche die SPD aber nicht veröffentlichen will. Ohnehin gab es Stimmen in der Partei, selbst die nun vorgestellten Zahlen nicht zu veröffentlichen. Helmut Aumüller sprach von einem "ungewöhnlichen Vorgang", da die SPD eine Präsentation der Ergebnisse angekündigt hatte, ehe ihr diese selbst bekannt waren. "Das zeugt von großem Selbstbewusstsein", sagte Aumüller.

Die nichtveröffentlichten Fragen beschäftigen sich vor allem mit Themen, die die Münchner besonders stark bewegen sowie mit Wahlaussagen differenziert nach Geschlecht, Alter oder soziologischen Aspekten. Die SPD will daraus Schlüsse für ihre Wahlkampfstrategie ziehen. Dabei geht es auch um die Frage, auf welchen Feldern Reiter sein Profil weiter schärfen muss.

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