Stadtratsbeschluss:Siegfried Benker wird Münchner Ehrenbürger

Stadtratsbeschluss: Verdiente Ehrung: Siegfried Benker.

Verdiente Ehrung: Siegfried Benker.

(Foto: B. Lindenthaler/IMAGO)

Die Stadtrats-Vollversammlung ehrt einen Politiker und Manager, der sich mehr als 40 Jahre in verschiedenen Rollen um die Stadtgesellschaft verdient gemacht hat. Er ist erst der 67. Bürger, dem diese Auszeichnung zuteilwird.

Von Heiner Effern

Der Stadtrat hat Siegfried Benker am Mittwoch als erstes Mitglied der Grünen zum Münchner Ehrenbürger ernannt. Die Vollversammlung würdigte damit seine "herausragenden Verdienste" um die Stadtgesellschaft. In mehr als 40 Jahren habe er sich insbesondere erfolgreich für eine gelungene Integration, eine zeitgemäße Einwanderungspolitik, den angemessenen Umgang mit HIV-Infizierten und im Kampf gegen den Rechtsextremismus engagiert, heißt es in einer Mitteilung.

Der 66 Jahre alte Benker vertrat die Grünen 20 Jahre lang im Stadtrat, sechzehn Jahre davon als Vorsitzender der Fraktion. Danach leitete er mehr als zehn Jahre Münchenstift, in dem die kommunalen Altenheime organisiert sind. Ende September 2023 ging er in den Ruhestand.

"Ich freue mich natürlich sehr", sagte Benker in einer ersten Reaktion am Telefon. Der Stadtrat hatte den Beschluss wie immer bei Ehrungen in nicht öffentlicher Sitzung gefasst. Die öffentliche Verleihung erfolgt erst später. Er fühle sich im wörtlichen Sinne sehr geehrt, dass sein jahrzehntelanges Wirken nun so gewürdigt werde, sagte Benker. Am Abend werde er die Auszeichnung schon feiern, schließlich erhielten die nur wenige. Exakt ist Benker erst Nummer 67 in der Liste der Münchner Ehrenbürger.

Als Fraktionschef prägte er lange die rot-grüne Koalition

Er zog im Jahr 1993 für die Grünen in den Stadtrat ein und prägte als Fraktionsvorsitzender die 24 Jahre währende rot-grüne Koalition in München wesentlich mit. Als die Grünen 2014 aus der Stadtregierung ausschieden, hatte Benker bereits seine neue Aufgabe übernommen. Als Münchenstift-Chef war er verantwortlich für die Betreuung von etwa 2100 Senioren, aufgeteilt auf neun Pflegeheime und vier Häuser für selbständiges Wohnen.

Als Benker 2013 auf den Management-Posten wechselte, suchte er bei den Grünen einen Nachfolger für den ihm so wichtigen Kampf gegen Rechtsextremismus. Er fand damals einen sehr jungen Parteikollegen, der Dominik Krause hieß. Der zog 2014 in den Stadtrat ein, stieg ebenfalls bis zum Fraktionschef auf und wurde nun just am gleichen Tag als Zweiter Bürgermeister der Stadt vereidigt. Gewählt hatte ihn das Gremium bereits Ende Oktober. "Ein Junger, der noch eine Karriere vor sich hat, und ein Älterer, der für seinen 40 Jahre langen Einsatz geehrt wird", das passe bestens zusammen, findet Benker.

Stadtratsbeschluss: Dominik Krause wurde als Bürgermeister vereidigt.

Dominik Krause wurde als Bürgermeister vereidigt.

(Foto: Robert Haas)

Dominik Krause konnte den Tag ebenfalls genießen. "Die Wahl selbst ist immer aufregender - heute, das macht nur richtig Freude", sagte Krause zu seiner Vereidigung. Mit seinem einstigen Mentor Benker befinde er sich heute noch im engen Austausch. "Auch als Fraktionsvorsitzender war er mir ein Ratgeber." Die Grünen feierten im Stadtrat zwei Männer, und sie verabschiedeten sich von einer Frau. Julia Post gab ihr Mandat zurück, weil sie München künftig als Abgeordnete im Landtag vertreten wird. Für sie rückt Gunda Krauss nach.

Auch die SPD verabschiedete am Mittwoch einen Stadtrat, und zwar einen prominenten. Christian Müller, zuletzt vier Jahre lang Fraktionschef der Sozialdemokraten, tritt in Kürze seinen neuen Job als Geschäftsführer beim neuen städtischen Wohnungskonzern Münchner Wohnen an. Seine Co-Fraktionschefin Anne Hübner würdigte ihn als einen aufrichtigen und direkten Politiker, der ihrer Fraktion fehlen werde. Auf Müller folgt ein alter Bekannter der Stadtpolitik: Marian Offman gehörte dem Gremium erst für die CSU an, dann nach einem Parteiwechsel für die SPD, ehe er 2020 den erneuten Einzug verpasste.

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