bedeckt München

Sendling:Mordversuch an der Baustelle

Ein 31-jähriger Dachdecker rammt völlig unvermittelt einem Arbeiter ein Messer in den Kopf. Die Männer kennen sich nicht.

Von Thomas Schmidt

Ein 31-jähriger Dachdecker hat offenbar völlig unvermittelt einem Bauarbeiter ein Messer in den Kopf gerammt. Bei einer Notoperation retteten Ärzte das Leben des 47-jährigen Opfers, nach Angaben der Polizei schwebt der Mann nicht mehr in Lebensgefahr. Der Dachdecker wurde bereits kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen. Ein Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Während der 31-Jährige nun in einer Zelle auf seinen Prozess wartet, versuchen die Ermittler der Mordkommission die Hintergründe der Attacke zu klären, die bislang völlig irrational und unerklärlich wirkt.

Es geschah am Freitagabend in Sendling: Nach getaner Arbeit gegen 18.50 Uhr stand das spätere Opfer zusammen mit einem Kollegen vor einem Baustellenhäuschen an der Gaißacher Straße, als unvermittelt ein Mann auf sie zutrat und die beiden Männer ansprach. Nach eigenen Aussagen kannten sie den Dachdecker nicht, der offenbar auch nicht auf der Baustelle beschäftigt war, berichtet Christoph Reichenbach, Pressesprecher der Münchner Polizei. Auf einmal holte der 31-Jährige mit einem Messer aus und stach zu. Die Klinge drang etwa sechs Zentimeter tief hinter dem linken Ohr des Opfers in dessen Kopf ein und blieb dort stecken, berichtet die Polizei. Warum der Mann wie aus dem Nichts plötzlich angriff, wissen die Ermittler noch nicht. Anschließend lief der Dachdecker davon. Der unverletzte Kollege des Opfers nahm sofort die Verfolgung auf und rief gleichzeitig die Polizei an. Offenbar lotste er die Beamten erfolgreich zum Täter, denn die stellten den 31-Jährigen kurz darauf und nahmen ihn fest.

Ob der Dachdecker bei der Tat unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, konnte der Polizeisprecher am Montag noch nicht sagen. Auch zu der Tatwaffe gab es zunächst keine näheren Angaben. Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.

© SZ vom 06.06.2017

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite