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Sendling/Ludwigsvorstadt:Den Stecker ziehen

Lokalpolitiker kritisieren Standorte für E-Auto-Ladesäulen

Die Stadt hat ihre Pläne für neue Ladesäulen für E-Autos in Sendling und in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt vorgestellt, und prompt droht Ärger. In beiden Stadtvierteln regt sich Unmut. In Sendling beschlossen die Lokalpolitiker, dass der Bezirksausschuss (BA) bei der Auswahl der Parkplätze zu beteiligen ist. "Das geht so nicht", sagte Vorsitzender Markus Lutz (SPD). "Die Ortskenntnis des BA ist dabei wichtig." Auch ein Beschluss, dass bereits aufgestellte Ladesäulen wieder zu entfernen sind, wurde gefasst. Nur die Grünen wollten sich dem nicht anschließen. "Ein Abbau wäre Quatsch. Andere Städte sind schon weiter. München muss mal anfangen", kommentierte Fraktionssprecher Rene Kaiser.

"Sehr ungünstig" findet Lutz eine neue Ladestation mit zwei Anschlüssen, die die Münchner Stadtwerke direkt vor dem Sozialbürgerhaus an der Meindlstraße aufstellen sollen - dort ist auch der BA angesiedelt. Auch die E-Ladestationen an der Lindenschmitstraße/Ecke Aberlestraße und an der Bavariastraße nahe der Lindwurmstraße werden in Sendling kritisiert. Die SPD hat den Antrag gestellt, dass sie jeweils von vier auf zwei Stellplätze verkleinert werden sollen. Beide Standorte seien überdimensioniert und, in dieser Größe, an einer falschen Stelle. So würden völlig unnötig öffentliche Parkplätze vernichtet.

Elektroautos dürfen die E-Ladesäulen stadtweit mit Parkscheibe für zwei Stunden gratis belegen. Autos mit Verbrennungsmotor dürfen dort nicht parken. Wo die Säulen gebaut werden, darüber entscheidet die Arbeitsgruppe "Laden und Parken" im Planungsreferat. Bis Ende 2019 sollen 550 Ladestationen errichtet werden, etwa die Hälfte steht bereits, der Bau soll schnell gehen. Der Stadtrat hat fast 18 Millionen Euro dafür bewilligt und ausdrücklich auf die Beteiligung der BA im Genehmigungsverfahren verzichtet.

In der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wurde das städtische Paket mit insgesamt 14 E-Ladeplätzen im Viertel zunächst in den Unterausschuss vertagt - mit Eilentscheidung. Silvia Haas (Grüne) war wegen der geplanten Ladesäulen an der Ehrengutstraße ungehalten. Die Adresse, gleich am Roecklplatz, wird seit Jahren als Parkfläche zugestellt. Dem dort ansässigen Händler wurden "Räder, dann Motorräder und jetzt die E-Autos direkt vor die Nase gesetzt", monierte sie. "So kann man mit unseren Geschäftsleuten nicht umgehen."

Auch der BA Ramersdorf-Perlach hatte bereits im Juni angemahnt, seine Ortskenntnis zu berücksichtigen. Er hat ein Anhörungsrecht verlangt.