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Sendling/Isarvorstadt:Überragende Kunst

Befürchtungen, eine geplante Skulptur könnte das Kulturzentrum einschränken, weist die Stadt zurück

Entsteht ein Stadtteilkulturzentrum, dann planen in der Regel das Baureferat, das Kulturreferat und die Lokalbaukommission - und stimmen sich eng ab mit den Lokalpolitikern und den kulturschaffenden Vereinen des Stadtteils. Beim derzeitigen Bau des stadtteilübergreifenden Kulturzentrums "Luise" an der Ecke Ruppertstraße und Tumblingerstraße, wo die Ludwigs- und die Isarvorstadt und Sendling aufeinandertreffen, war das im Großen und Ganzen nicht anders.

Dennoch erfuhren die Sendlinger erst auf der Bürgerversammlung ihrer Isarvorstädter Nachbarn im November 2017, dass ihrem neuen kleinen Kulturzentrum eine doch beachtliche Größe vor die Haustür gestellt werden soll: eine Statue, die mit einer Höhe von 15 Metern, die dem "Walking Man" an der Leopoldstraße das Wasser reichen kann. Den Einwand aus Sendling, dass die Statue eventuell immensen Einfluss auf die Gestaltung und auch Größe der freien Fläche vor dem Kulturzentrum nehmen könnte - schließlich sei die Freifläche eher klein und auf ihr sollen Veranstaltungen stattfinden - hat das Kulturreferat jetzt als unbegründet zurückgewiesen. Auch die Frage, warum die Sendlinger nicht mal informiert, schon gar nicht gefragt wurden, ob sie das riesige Kunstwerk gut finden oder nicht, ist nun geklärt: Die geplante Skulptur soll vor das angrenzende neue Schulzentrum für Erzieherberufe und nicht vor das Stadtteilkulturzentrum - auch wenn das vielleicht bei einem Werk in dieser Größe nicht mehr so viel ausmacht. Doch da diese Schule nun nicht in Sendling, sondern in der Isarvorstadt liegt, wurden nur die Isarvorstädter zur Begutachtung geladen. Das Ergebnis der Sitzung sei dort positiv aufgenommen worden, gibt das Kulturreferat das Protokoll wieder. Auch das Referat selbst habe damals keine Einwände gegen die Skulptur gehabt. Und gerade das Referat habe bei der Platzgestaltung besonders darauf geachtet, dass auch vor dem neuen Haus Veranstaltungen stattfinden können. Die geplante Skulptur, Teil des städtischen "Kunst-am-Bau"-Programms, bestehe aus Stahlrohren in Form eines Kopfes auf zwei Beinen. Die Durchfahrtshöhe unter den Beinen betrage an der niedrigsten Stelle vier Meter. Es sei davon auszugehen, dass der Vorplatz auch mit Skulptur uneingeschränkt nutzbar sei.

Die Sendlinger tragen es mit Fassung, übergangen worden zu sein. Kein Wort dazu fiel in der Sitzung des Bezirksausschusses. Ihnen gehe es vor allem darum, dass beim Stadtteilkulturzentrum auch Open-Air-Veranstaltungen problemlos erfolgen können, sagte Vorsitzender Markus Lutz (SPD). Dass das Werk vielleicht nicht jedem gefalle, müsse man so hinnehmen. Schließlich sei das Kunst.