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S-Bahn-Stammstrecke:Irrungen, Wirrungen

Zugegeben, es ist ein wirres Geflecht aus Zuständigkeiten, Wahlkampfgetöse und Eifersüchteleien. Das Hickhack um die zweite Stammstrecke ist inzwischen so undurchschaubar wie ein S-Bahn-Schema - die SZ hat Münchens politisches Streckennetz grob skizziert.

Dass die Sache verworren ist, weiß auch Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP): Er schlug deshalb ein Spitzentreffen aller Beteiligten vor - neben Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und OB Christian Ude (SPD) sollten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Bahn-Chef Rüdiger Grube daran teilnehmen. "Das ist das Gebot der Stunde, um dieses Jahrhundertprojekt für die Boomregion zu realisieren", so Zeil.

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Seehofer erklärte einen solchen Gipfel für unnötig. Der Ministerpräsident hatte Ude zu einem Vier-Augen-Gespräch eingeladen - darüber hinaus gebe es keinen weiteren Gesprächsbedarf, hieß es aus der Staatskanzlei. Dort trifft sich Seehofer am Dienstag aber mit Vertretern der CSU-Bezirksverbände München und Oberbayern.

Die Landräte im MVV wollen erreichen, dass an den Plänen für den Tunnel weitergearbeitet wird. Das machte deren Sprecher, der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU), klar: "Eine Sache von solcher Tragweite hätte mit dem Umland abgestimmt werden sollen." OB Ude hat für die nächsten Tage eine Erklärung angekündigt. Die Grünen sehen die Schuld beim Freistaat. "Versaubeutelt haben es alleine die Leute in der Staatsregierung", sagte Fraktionschef Martin Runge.

© SZ vom 24.04.2012/bica
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