S-Bahn Schon wieder: Ballon legt Stammstrecke lahm

Der mit Aluminium beschichtete Ballon ist am Samstag an der Haltestelle Karlsplatz an die Oberleitung geraten und hat einen Kurzschluss ausgelöst.

Erneut hat ein mit Aluminium beschichteter Ballon für Ausfälle und Verspätungen bei der S-Bahn in München gesorgt. Der Ballon sei an der Haltestelle Karlsplatz an die Oberleitung geraten und habe einen Kurzschluss ausgelöst, teilte die Bundespolizei am Sonntag mit. S-Bahnen durften am frühen Samstagmorgen auf der sogenannten Stammstrecke rund 70 Minuten nicht fahren.

Immer wieder verursachen Alu-Ballons Kurzschlüsse im Stromnetz der S-Bahn. Im November 2018 hatte ein solcher Ballon an der Oberleitung einen Lichtbogen mit lautem Knall und Rauch ausgelöst, ein S-Bahn-Fahrer wurde verletzt, Zehntausende Fahrgäste waren von Ausfällen und Verspätungen betroffen. Die Bundespolizei machte deutlich, dass die vor allem bei Kindern beliebten Ballons in Bahnhöfen der Deutschen Bahn verboten sind.

Der Ballon war am Samstag aber nicht das einzige Problem bei der Münchner S-Bahn: Weil eine Frau in einen Eisenbahntunnel gegangen war, musste die Bundespolizei alle Züge stoppen. Täglich nutzen rund 840 000 Menschen die S-Bahn in München. Das sind mehr als zwei Drittel der Passagiere im Schienenverkehr Bayerns. Regelmäßig gibt es Ausfälle und Verspätungen auf der sogenannten Stammstrecke. Der Grund: Im Bereich der Innenstadt verkehren die S-Bahnen dicht getaktet und meist auf zwei Gleisen. Bleibt beispielsweise ein Zug liegen, stauen sich die Züge dahinter.

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