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Rathaus:SPD will Glasflaschen an der Isar verbieten

Bierkühlung an der Isar in München, 2015

Kühles Bier aus der Isar soll es laut SPD in Glasflaschen nicht mehr geben.

(Foto: Robert Haas)

Sie will so das Problem mit den Scherben am Ufer lösen. Die Verwaltung sieht dafür aber keine Handhabe

Die SPD will Glasflaschen an der Isar verbieten. Auf diese Weise soll die Stadt das Problem mit den Scherben am Ufer und im Wasser in den Griff bekommen. Die Verwaltung sieht dafür jedoch keine rechtliche Basis gegeben. An der Isar gelte die Landschaftsschutzverordnung, über die "können wir das nicht regeln", sagte Baureferentin Rosemarie Hingerl.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl forderte sie dennoch auf, ein Verbot noch einmal zu überprüfen. Dass Bier häufig "ein Begleiter des Gegrillten" sei, halte er durchaus für verständlich, sagte er. Dass viele Flaschen zertrümmert an der Isar herumliegen, will er aber nicht hinnehmen. Reissl räumt jedoch ein, dass mit einem Verbot alleine noch nichts erreicht sei. "Es bleibt noch das Durchsetzungsproblem."

In den vergangenen Jahren hatten die Wachleute der privaten Sicherheitsfirma, die an der Isar für Ordnung sorgen soll, schon ohne Ärger über die Glasflaschen mehr als genug zu tun. In Stoßzeiten reichte das Personal nicht aus. Das soll sich dieses Jahr ändern. Maximal sollen bis zu 20 Mitarbeiter eingesetzt werden können. So steht es im Konzept des Baureferats für eine saubere Isar, das vor allem auf Anträge der SPD und der Grünen zurückgeht. Das sieht auch vor, nochmals vier Müllbehälter in der Nähe des Tierparks aufzustellen.

Insgesamt stehen an der Isar dann etwa 125. Elf davon sind schon mit Solarlampen ausgestattet, das Baureferat will diese Zahl noch erhöhen. Die Berge von Müll, die nach schönen Grillabenden anfallen, werden von einer Reinigungsfirma täglich von sechs Uhr morgens an beseitigt.

Damit nicht immer noch mehr Abfall und Glasflaschen herumliegen, setzt das Baureferat dieses Jahr verstärkt auf die freiwillige Mithilfe der Feiernden. Das Baureferat will sie dazu mit einer Kampagne animieren. Für 50 000 Euro soll eine Agentur zum Beispiel einen 15 Sekunden langen Film liefern, der auf Bildschirmen in der U-Bahn oder in Kinos gezeigt werden kann.

Auch neue Plakate und Aktionen in sozialen Medien sollen für weniger Müllchaos an der Isar werben. Der Freizeitspaß am Fluss müsse für die Natur und auch für die Anwohner verträglich bleiben, fordert SPD-Stadträtin Bettina Messinger.

© SZ vom 27.04.2016 / heff/imei
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