Ramersdorf/Perlach Zorniger Hilferuf

Es gibt noch keinen Ersatz für das Neuperlacher Kulturzentrum

Von Hubert Grundner, Ramersdorf/Perlach

"Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen." Mit diesen Worten leitete der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Ramersdorf-Perlach, Thomas Kauer (CSU), am Donnerstagabend seinen Bericht ein und meinte damit den Dringlichkeitsantrag, der überfraktionell verabschiedet wurde. Darin wird das Kommunalreferat "dringend aufgefordert, nach knapp einem Jahr endlich einen verbindlichen Zeitplan dafür vorzulegen, wann die Ersatzräumlichkeiten für das heutige Kulturzentrum in der Albert-Schweitzer-Straße 62-66 bezogen werden können". Zudem erwarten die Lokalpolitiker eine Antwort auf die Frage, wie lange das heutige Kulturhaus im Zentrum Neuperlachs noch längstens genutzt werden kann.

Seit zwei Jahren sei dem Kommunalreferat bekannt, dass der Flachbau bei der Neugestaltung des Hanns-Seidel-Platzes weichen müsse. Auf einen Vorschlag des BA und des Trägervereins Pepper hin habe man auch schnell ein potenzielles Ausweichquartier in zentraler Lage gefunden. Doch inzwischen sind die Umzugspläne offenbar zum Erliegen gekommen: Der dortige Eigentümer halte nun seit knapp einem Jahr Flächen frei, der Bauträger am Hanns-Seidel-Platz gewährte dem heutigen Kulturhaus einen Aufschub von sechs Monaten - ursprünglich war die Räumung bereits im November 2017 vorgesehen. Weiter heißt es in der Begründung des Dringlichkeitsantrags: "Während sich also alle örtlichen Beteiligten nach Kräften bemühen, lässt das Kommunalreferat die Nutzer und Träger des Kulturhauses seit Monaten in Unsicherheit. Selbst auf Nachfragen des Büros des Oberbürgermeisters sind keine Zeitangaben zu erhalten. Mit dem Trägerverein sowie dem Bezirksausschuss besteht Funkstille." Für Kauer sowie seine Kolleginnen und Kollegen im Gremium ist dieser Zustand nicht länger hinnehmbar. Es drohe mindestens ein Sommer mit erheblichen Einbußen in der Stadtteilkultur und mit einem BA auf Wanderschaft. "In zweieinhalb Monaten müssen wir hier raus und wissen nicht wohin", kritisierte Kauer.