Ramersdorf/Perlach:Grüne Offensive

Das städtische Baureferat will im großen Stil Bäume pflanzen

"Sie spenden Schatten, filtern Staub aus der Luft, wirken kühlend, erhöhen die relative Luftfeuchte, produzieren Sauerstoff und bieten vielen Tierarten Lebensraum und Nahrung." Nachdrücklicher lässt sich kaum beschreiben, welch wichtige Funktion, neben ihrer gestalterisch prägenden Wirkung, Bäume gerade in einer hochverdichteten Großstadt wie München erfüllen. Mit der Pflanzung zusätzlicher Bäume in standort- und zukunftsgerechten Arten beziehungsweise Sorten könne - auch mit Blick auf den Klimawandel - ein nachhaltiger Beitrag zur Steigerung der genannten "Wohlfahrtswirkungen" geleistet werden.

Und genau dafür wirbt das Baureferat nun in einem Schreiben an alle Bezirksausschüsse.

Die Suche nach geeigneten Standorten für ergänzende Neupflanzungen auf bestehenden öffentlichen Flächen sei jedoch nicht einfach, heißt es darin weiter. So seien stadtweit in den Grünanlagen die Flächen bereits entsprechend aufgeteilt: 30 Prozent davon seien bereits mit Bäumen oder anderen Gehölzen überzogen, 15 Prozent mit artenreichen Blumenwiesen bepflanzt, 35 Prozent bestünden aus Rasen zur intensiven Erholungsnutzung, 20 Prozent seien andere Flächen, zum Beispiel für Wege und Spielplätze.

Dem Baureferat geht es mit seinem Aufruf darum, beispielsweise Lücken im Baumbestand oder andere geeignete Orte zu finden, die sich nach Erkenntnis der Lokalpolitiker für die Pflanzung eines oder mehrerer Bäume eignen würden: Bei der Suche nach diesen potenziell geeigneten Standorten "möchten wir Ihre Ortskenntnisse und Erfahrungen in Ihrem Stadtbezirk nutzen", teilt das Referat den Bezirksausschuss-Mitgliedern mit. Diese sind nun aufgefordert, der Behörde bis zum 3. Mai ganz konkrete Stellen in öffentlichen Grünanlagen, auf Plätzen und im Straßenbegleitgrün zu benennen, die sich aus ihrer Sicht für die Pflanzung einzelner, zusätzlicher Bäume eignen.

Im Bürgergremium für Ramersdorf-Perlach haben die Mitglieder in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, das Anschreiben des Baureferats zunächst im Unterausschuss Umwelt, Gesundheit und Grünanlagen zu behandeln. Am Ende wird es vermutlich darum gehen, an der Suche nach neuen Baumstandorten auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger konkret zu beteiligen. Inwieweit dafür virtuelle Mobilisierung ausreicht, wird sich im Verlauf der Vorschlagssammlung erst noch zeigen müssen.

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