Ramersdorf/Moosach:Es geht um die Existenz

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Stadtwerke München

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Trambahn-Hauptwerkstätte. Um ausreichende Abstellkapazitäten und Werkstattplätze für ihre Trambahnen zu schaffen, planen die Stadtwerke im südwestlichen Bereich des Geländes drei große Interimshallen mit Montage- und Krananlagen.

(Foto: SWM/oh)

Weil die Trambahnwerkstätten an der Lauensteinstraße ausgebaut werden, verliert der SV Stadtwerke München seine Sportstätten. Das mögliche Ausweichquartier liegt im Norden - für viele Mitglieder zu weit weg

Von Hubert Grundner, Ramersdorf/Moosach

Noch immer ist unklar, wie es mit dem SV Stadtwerke (SWM) München weitergeht. Bekanntlich droht dem Verein wegen des geplanten Ausbaus der Trambahnwerkstätten der Verlust seiner Sporthalle und -plätze an der Lauensteinstraße. Offenbar soll dem Verein ein Ausweichquartier an der Emmy-Noether-Straße angeboten werden. Dort entstehen augenblicklich Wohnungen und Geschäfte sowie eine Grundschule mit Sporthalle. Es sei beabsichtigt, wie es in einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach heißt, diese neue städtische Sporthalle, die im Herbst 2020 fertiggestellt wird, dem SV SWM für Hallensportarten zur Verfügung zu stellen.

Und weiter: "Damit kann ein Teil der am bisherigen Standort Lauensteinstraße ausgeübten Sportarten, in unmittelbarer Nähe zur Stadtwerkezentrale, weitergeführt werden." Doch für die Mehrheit der Mitglieder, die sich längst nicht mehr nur aus den Reihen der Stadtwerke-Mitarbeiter rekrutieren und die aus der direkten Nachbarschaft in Ramersdorf und Fasangarten kommen, dürfte das kein akzeptables Angebot sein. Vor allem Eltern werden kaum ihre Kinder zum Sport quer durch die Stadt bis zur Borstei fahren lassen. Für den SV dürfte es somit ums Überleben gehen, falls keine Lösung möglichst in Nähe des bisherigen Standorts gefunden wird.

Sehr viel deutlicher zeichnen sich hingegen bereits die Pläne ab, welche die Stadtwerke auf ihrem Betriebsgelände verfolgen. Dazu hat jetzt die Regierung von Oberbayern ihr Einverständnis erklärt. Wie es in einer Mitteilung der Behörde heißt, wollen die SWM auf dem Gelände der Straßenbahnhauptwerkstätte an der Ständlerstraße provisorische Werkstattgebäude errichten. Ziel sei es, ausreichende Abstellkapazitäten und Werkstattplätze für ihre Trambahnen zu schaffen. Geplant seien drei große Interimshallen mit innen liegenden Montage- und Krananlagen im südwestlichen Bereich des Geländes. Davon solle eine als Werkstatt für Drehgestelle, eine als Werkstatt für Fahrzeuge und eine dritte als Lagerhalle genutzt werden. Die Regierung von Oberbayern hat dieses Vorhaben mit Planfeststellungsbeschluss vom 9. März genehmigt.

Derzeit unterhält die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Stadtgebiet zwei Werkstätten, eine an der Ständler- und eine an der Einsteinstraße. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen, zu denen parallel auch der entsprechende Fahrzeugbedarf wächst, sind diese laut Regierung von Oberbayern "bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet". Hinzu komme, dass die denkmalgeschützte Montagehalle auf dem Gelände an der Ständlerstraße wegen struktureller Schäden für die Nutzung als Werkstatt gesperrt wurde. Untersuchungen zu Sanierungsmöglichkeiten und die Planung von Neubauten erforderten demnach einen längeren Zeitbedarf. Um die Versorgungssicherheit des öffentlichen Personennahverkehrs zu gewährleisten, sei daher eine Interimslösung auf dem Gelände an der Ständlerstraße erforderlich. Die für eine Übergangszeit genutzten Hallen befänden sich auf der Westseite des Geländes der Straßenbahnhauptwerkstätte und damit in größtmöglichem Abstand von dem im Osten angrenzenden Wohngebiet. Gemeinsam mit weiteren Gebäuden, die bestehen bleiben, würden sie den Lärm, der von den Werkstätten ausgeht, abschirmen, verspricht die Behörde.

Die sogenannten Arbeitsstände in der Fahrzeugwerkstatt werden durch den Bau einer Gleisharfe an das vorhandene Schienennetz angebunden. Zusätzlich werden den Plänen der Stadtwerke zufolge zwei Personalcontainer mit Sanitär- und Sozialräumen aufgestellt. Ältere, nicht mehr genutzte Gebäude und Fundamente würden zurückgebaut. Der Planfeststellungsbeschluss wird laut Mitteilung in Kürze mit den Planunterlagen im städtischen Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28 b, im Erdgeschoss für zwei Wochen ausgelegt. Der genaue Termin wird noch bekannt gemacht. Außerdem ist der Planfeststellungsbeschluss auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern abrufbar.

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