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Pasing:Gast vor Bordell schwer verletzt

  • In einem Bordell in Pasing ist ein Streit eskaliert.
  • Ein Gast musste wegen einer schweren Kopfverletzung notoperiert werden.
  • Ein Richter hat gegen einen 49-Jährigen einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Die Nacht war schon weit fortgeschritten und viele Flaschen Schaumwein waren geleert, als die Lage in einem Bordell in Pasing eskalierte. Ein Gast geriet mit einer Angestellten in Streit, weitere Mitarbeiter und Gäste gingen dazwischen, am Ende lag ein 24-Jähriger bewusstlos am Boden. In der Klinik musste er wegen schwerer Kopfverletzungen notoperiert werden. Am Donnerstag hat ein Richter Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen.

Wie genau es zu dem Streit gekommen ist, versuchen die Beamten der Münchner Mordkommission derzeit zu rekonstruieren. Fest steht bisher, dass ein stark angetrunkener 29-Jähriger am vergangenen Samstag gegen halb vier Uhr in der Nacht eine Angestellte des Bordells beleidigt und angespuckt hat, so berichtete es das Polizeipräsidium. Dem Bordellchef und seinen Rausschmeißern gelang es offenbar schnell, die Störenfriede vor die Tür zu setzen. Doch dort ging es dann erst richtig zur Sache: Mit Zaunlatten und einem Metallrohr schlugen die Beteiligten vor dem Bordell in der Schuegrafstraße aufeinander ein. Insgesamt seien etwa zehn Personen in die Auseinandersetzung verwickelt gewesen, darunter eine Bardame und eine Prostituierte, teilte die Polizei mit.

Als die Streifenwagen am Tatort eintrafen, hatten die meisten Beteiligten sich schon aus dem Staub gemacht, konnten aber durch die Fahndung in der Umgebung ausfindig gemacht werden.

Der erste Verdacht, der 39-jährige Betreiber des Clubs habe dem 24-jährigen Gast die lebensgefährlichen Kopfverletzungen zugefügt, bestätigte sich nicht. Er wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft noch am selben Tag wieder auf freien Fuß gesetzt. Den Ermittlungen zufolge hatte er sich zwar an der Prügelei aktiv beteiligt, das Schädel-Hirn-Trauma hatte dem jungen Mann aber ein bis dato unbekannter Täter durch massive Tritte gegen den Kopf zugefügt.

Bei der Auswertung der Überwachungsvideos des Bordells identifizierten die Ermittler einen 49-Jährigen, der am Mittwoch festgenommen werden konnte. Bei der Vernehmung durch die Mordkommission räumte er die Taten weitgehend ein. Ein Ermittlungsrichter gab am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft München I statt und erließ gegen den Mann ohne festen Wohnsitz in Deutschland Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Die Ermittlungen dauern an.