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Obergiesing/Fasangarten:Virtuelles Baustofflager

Initiative für Wiederverwendung von Materialresten gestartet

Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob bei der anstehenden Fortschreibung des Ökologischen Kriterienkatalogs Baustoffrecycling und Müllvermeidung als wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung aufgenommen werden können. Diesen Antrag hat der Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten in seiner jüngsten Sitzung auf Initiative der Grünen beschlossen. Ihnen zufolge zeigt die Praxis auf den Baustellen, dass überzählige, neuwertige Baumaterialien oft als Müll entsorgt werden anstatt diese auf anderen Baustellen wieder einzusetzen. Die Gründe dafür lägen unter anderem in starren Gebindegrößen für Baumaterialien, die Handwerker beziehungsweise Bauunternehmen beziehen können, sowie in den hohen Kosten für Lagerhaltung und Logistik.

Im Sinne der Ressourcenschonung sollten künftig alle am Bau beteiligten Handwerker und Firmen durch den Ökologischen Kriterienkatalog verpflichtet werden, überzählige Baustoffe auf anderen Baustellen wiederzuverwenden oder auf Plattformen wie zum Beispiel Materialrest24.de - eine Münchner Firma - in ein virtuelles Baustofflager einzustellen. Ein Beitrag, um die Umwelt zu schonen, der nach Ansicht der Grünen im Anforderungsprofil des Ökologischen Kriterienkatalogs bisher zu wenig Beachtung fand. Auch die Münchner Abfallwirtschaftsbetriebe seien von der Idee der Plattform begeistert und hätten Materialrest24.de bereits auf ihrer Webseite als Tipp zum Vermeiden von Abfällen verlinkt. Um einen zusätzlichen Anreiz für Baustoffrecycling und Abfallvermeidung zu schaffen, sollte auch eine Fördermöglichkeit geprüft werden, die zum Beispiel eine einjährige Probemitgliedschaft von Handwerkern und Firmen bei derartigen Plattformen unterstützt.

© SZ vom 18.02.2021 / gru
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