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Obergiesing/Fasangarten:Angstfrei durch die Nacht spazieren

Gezielte Beleuchtung soll Frauen mehr Sicherheit geben

Na, Lust auf einen "Nachtspaziergang"? Diese Frage hat das städtische Baureferat allen Bezirksausschüssen gestellt. Die Lokalpolitiker aus Obergiesing-Fasangarten haben die Einladung in der jüngsten Sitzung ihres Gremiums gerne angenommen. Mit einem romantischen Ausflug hat das Ganze aber nichts gemeinsam: Der "Nachtspaziergang" ist laut Baureferat Teil eines Aktionsplans der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Ziel des Angebots sei, die Nutzungsakzeptanz öffentlicher Wege und Plätze insbesondere bei Frauen zu verbessern, um damit ihrer Benachteiligung entgegenzuwirken.

Anders formuliert: Es soll möglichst keine "Angsträume" geben, die von Frauen und Mädchen gewissermaßen in vorauseilender Furcht gemieden werden. Der Spaziergang soll deshalb zu den Stellen im Stadtbezirk führen, bei denen aus Sicht des BA 17 die Beleuchtung optimiert werden sollte, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Dort können dann die BA-Mitglieder mit Vertreterinnen und Vertretern des Baureferats konkrete Maßnahmen diskutieren und - sofern möglich - gleich festlegen. Das Baureferat wird den Bezirksausschuss danach über die anschließende Planung einschließlich der zeitlichen Abläufe informieren.

Zuvor jedoch sollen die Lokalpolitiker als Kenner des Stadtbezirks die Orte benennen, die auf dem "Nachtspaziergang" besucht und verbessert werden sollen. Da es, wie die Behörde schreibt, um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum gehe, sei eine Konzentration auf Fuß- und Radwege, Plätze und Unterführungen empfehlenswert. Um der Zielsetzung gerecht zu werden, ist es aus Sicht des Baureferats außerdem wünschenswert, dass das Angebot mehrheitlich von Frauen in Anspruch genommen wird. Zudem will sich das Baureferat darum bemühen, dass auch eine Vertreterin oder ein Vertreter der Polizei die Veranstaltung begleitet, um so die Bewertung der einzelnen Orte aus deren Sicht zu ergänzen.

Voraussichtlicher Termin für den "Nachtspaziergang" ist der 2. März 2021. Dem Bezirksausschuss steht es frei, Bürgerinnen und Bürger an der Auswahl schummriger, angsteinflößender Orte zu beteiligen, die es dann beim Nachtspaziergang zu inspizieren gilt. An sich ist eine Bürgerbeteiligung nicht vorgesehen.

© SZ vom 30.11.2020 / gru
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