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Neuperlach:Kreativ warten

SPD fordert bis zum Bau des Stadtteilzentrums die Zwischennutzung des freien Baufelds

Von Hubert Grundner

Futuristisch, kühn und in München einzigartig - so sieht der Entwurf des Wiener Architekturbüros Delugan Meissl Associated Architects mit Helmut Wimmer und Partner aus, mit dem es den Realisierungswettbewerb zur Gestaltung des Hanns-Seidel-Platzes gewonnen hat. 2014 war das, doch inzwischen ist klar: Dieser Entwurf wird nicht Wirklichkeit. Denn der Stadtrat hat entschieden, davon Abstand zu nehmen und in Eigenregie unter Leitung des Baureferats für die Neuperlacher ein Stadtteilzentrum zu errichten. Ein Termin für den Spatenstich steht noch in den Sternen. Was jetzt die SPD-Stadtratsfraktion auf den Plan gerufen hat: In einem Antrag fordert sie, das Baureferat zu beauftragen, ein Zwischennutzungskonzept für die freien Baufelder des Hanns-Seidel-Platzes zu entwickeln. Vorliegende Vorschläge einer Bauträgerin seien in dieses Konzept einzubeziehen. Die Zwischennutzung solle dann, so die SPD weiter, bis zur Realisierung der sogenannten Nordparzelle, die als Standort für das Stadtteilzentrum vorgesehen ist, soziale und kulturelle Angebote für den Stadtbezirk anbieten.

Zur Begründung ihres Antrags verweist die SPD auf den eingangs erwähnten Schwenk des Stadtrats. Demzufolge sollen auf der Nordparzelle ausschließlich städtische Gemeinbedarfs- und Verwaltungsnutzungen untergebracht werden. Mittlerweile würden die ersten vorläufigen Nutzerbedarfsprogramme vorliegen. "Es ist jedoch absehbar, dass noch einige Zeit vergehen wird, bis dort der Bau beginnt." Andererseits entstünden daneben bereits die ersten Wohnungen. Um nun die Wartezeit auf das Stadtteilzentrum zu überbrücken, sollte das Baufeld der Nordparzelle "möglichst rasch bespielt und so bereits ein Vorgeschmack auf die künftigen sozialen und kulturellen Möglichkeiten dieses Standorts gegeben werden", fordert die SPD. In Freiham zum Beispiel habe die Stadt mit solchen Zwischennutzungen gute Erfahrungen gemacht.

© SZ vom 10.01.2020
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