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Neuperlach:Klare Absage an geplantes Depot

Widerstand gegen Bus-Betriebshof an der Arnold-Sommerfeld-Straße

Von Hubert Grundner, Neuperlach

Gegen die geplante Bus-Abstellanlage an der Arnold-Sommerfeld-Straße formiert sich Widerstand auf breiter Front: Mittels eines gemeinsam eingebrachten Antrags versuchen die örtlichen Fraktionen von CSU, FDP, FW/ÖDP, Grüne und SPD/Die Linke das Vorhaben zu verhindern. Den Antrag hat der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Darin erklären die Lokalpolitiker, dass sie eine Bus-Abstellanlage oder einen Bus-Betriebshof an der genannten Stelle ablehnen. Stattdessen fordern sie die Stadtwerke München (SWM) sowie die zuständigen städtischen Referate auf, alternative Standorte zu suchen. Insbesondere seien dabei Doppelnutzungen von bestehenden Parkplatzflächen, Anmietungen privater Areale und Flächen außerhalb Münchens in Betracht zu ziehen.

Für die städtischen Grundstücke an der Arnold-Sommerfeld-Straße schwebt den Antragstellern hingegen etwas gänzlich anderes vor: Sie verlangen von der Verwaltung, gemeinsam mit den Lokalpolitikern eine perspektivisch für den Stadtbezirk und seine Bürgerinnen und Bürger vorteilhafte Nutzung zu erarbeiten. Zu dem Zweck soll ein öffentlicher Beteiligungsworkshop geprüft werden. Zugleich werden die SWM sowie das städtische Planungsreferat aufgefordert, die Vorbereitungen des Planfeststellungsverfahrens für den U-Bahn-Betriebshof zu stoppen und im Falle eines Festhaltens an den Planungen für das Busdepot transparent zu machen, welche Auswirkungen sich auf das Planfeststellungsverfahren ergeben.

Gründe für ihr Veto glauben die Lokalpolitiker zur Genüge zu haben. Vor allem verweisen sie im Antrag darauf, dass der Stadtbezirk mit den geplanten Einrichtungen eines U-Bahn- und eines Trambahn-Betriebshofs bereits zwei wesentliche Infrastruktureinrichtungen der SWM schultert. Diese seien begründet durch notwendige Schienenverbindungen in die jeweiligen Verkehrsnetze. Aber, so heißt es weiter: "Bei einer Bus-Abstellanlage entfällt dieses Argument." Der Standort Arnold-Sommerfeld-Straße sei somit keinesfalls zwingend, er sei vielmehr aus verschiedenen Gründen mit Nachteilen verbunden. Einige Beispiele nennen die Lokalpolitiker auch gleich: So greife er in den bestehenden Grünzug im Gefilde ein und er führe zu einer enormen Flächenversiegelung. Das Busdepot verhindere auch für mindestens zehn Jahre eine weitere Entwicklung der Flächen. Außerdem löse er Verkehrsbelastungen aus, die bisher in keiner Verkehrsplanung - Stichwort: Neutrassierung der Arnold-Sommerfeld-Straße - enthalten seien. Die Bus-Abstellanlage verursache überdies zusätzliche Emissionen, die zwingend auch im Planfeststellungsverfahren für den U-Bahn-Betriebshof zu berücksichtigen seien, moniert der BA abschließend in seinem Antrag.

© SZ vom 28.09.2020
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