Musik Valery Gergiev leitet bis 2025 die Münchner Philharmoniker

  • Die Stadt München und Chefdirigent Valery Gergiev sind sich dem Vernehmen nach über eine Vertragsverlängerung einig.
  • So soll der Vertrag mit dem russischen Maestro bis zum Ende der Konzertsaison 2024/25 verlängert werden.
  • Der Dirigent hatte die Verlängerung nach SZ-Informationen mit einigen Bedingungen verbunden.
Von Christian Krügel

Es sind richtig gute Tage für die Münchner Philharmoniker: Vergangene Woche haben die Stadträte den Weg frei gemacht für den Bau einer Ersatz-Philharmonie in Sendling, wenn das städtische Orchester den renovierungsbedürftigen Gasteig verlassen muss. Dann sammelten die Musiker in Paris, Amsterdam und vor allem in Hamburg viel Lob und gute Kritiken für ihre Konzerte ein. Und ganz nebenbei scheint sich übers Wochenende auch die wichtigste Zukunftsfrage im Sinne des Orchesters geklärt zu haben: Die Stadt München und Chefdirigent Valery Gergiev sind sich dem Vernehmen nach über eine Vertragsverlängerung einig.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der Vertrag mit dem russischen Maestro bis zum Ende der Konzertsaison 2024/25 verlängert werden. Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) wird einen entsprechenden Vertragsvorschlag den Stadträten in der Vollversammlung am 21. Februar zur Abstimmung vorlegen.

Kultur in München Baubeginn fürs Konzerthaus könnte sich um zwei Jahre verschieben
Werksviertel

Baubeginn fürs Konzerthaus könnte sich um zwei Jahre verschieben

Landtagsabgeordnete bremsen beim Projekt - und die Planer sind sogar froh darüber.   Von Christian Krügel

Es gibt wenig Zweifel daran, dass die Stadträte dem Vertrag zustimmen werden. Denn Küppers und Oberbürgermeister Dieter Reiter versuchten schon seit Monaten, den Maestro langfristig an München zu binden. Seit 2015 leitet der 64-Jährige das städtische Orchester, zum Ende der Saison 2020 wäre sein Vertrag ausgelaufen - just dann, wenn die Philharmoniker ihre Heimat im Gasteig verlassen müssen. In dieser schwierigen Phase ohne Chefdirigent dazustehen, hätte die Philharmoniker wohl in existenzielle Not und der Musikstadt München eine internationale Blamage gebracht.

Valery Gergiev traf sich in den vergangenen Monaten regelmäßig mit Reiter im Rathaus, die letzten Verhandlungen führte Küppers. Der Dirigent verband nach SZ-Informationen eine Vertragsverlängerung mit einigen Bedingungen: einer besseren finanziellen Ausstattung seines Orchesters, vor allem aber der akustischen Sanierung der Philharmonie und einem adäquaten Interimsquartier. Letzteres beschlossen die Stadträte inzwischen , zu den Konditionen für Gergiev selbst und sein Orchester gibt es noch keine Details.

Über die Sanierung der Philharmonie entscheidet der Stadtrat im Frühjahr. Gergiev präferiert hier ein Engagement von Akustiker Yasuhisa Toyota, der aber auch im Rennen um das Konzerthaus im Werksviertel ist. Mit Gergievs Verlängerung wäre beim nächsten Münchner Spitzenorchester die Zukunft geklärt. An der Staatsoper gilt die Verpflichtung von Wladimir Jurowski als Nachfolger von Chefdirigent Kirill Petrenko als sicher. Der Vertrag von Mariss Jansons beim BR-Symphonieorchester läuft noch bis 2021.

Kultur in München Der Gasteig zieht um - was Sie darüber wissen müssen

Kulturzentrum

Der Gasteig zieht um - was Sie darüber wissen müssen

Alle Einrichtungen des Kulturzentrums sollen während der Sanierung in Sendling Platz finden. Aber was kostet das eigentlich? Die wichtigsten Fragen und Antworten.   Von Michael Zirnstein