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Kultur:Mietzuschüsse nur für mit Hochschulabschluss

Es benötige "Investitionen der Regierung", und einer schreibt: "Wir sind in einem Raum, der keine Heizung hat, schwarz vermietet wird und dennoch können und müssen wir froh sein, überhaupt einen Raum zu haben." Interessant ist: Ungefähr die Hälfte der befragten Bands wäre bereit, für einen guten Proberaum auch aus der Innenstadt herauszufahren.

Einig sind sich fast alle: Es gibt einiges zu tun. Und hatte nicht Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in seinem 100-Tage-Programm nicht genau das auch versprochen? Dass sich zumindest ein paar Dinge getan haben, davon durfte Alexander Friedrich vom Kulturreferat berichten. Gemeint sind damit etwa die Mietzuschüsse, die es seit 2018 für Proberäume gibt. Die aber nur an Musiker mit Hochschulabschluss vergeben werden, wie einer in der Diskussion sofort kritisch einwarf.

Worauf Friedrich entgegnete, das Modell sei nicht "in Stein gemeißelt", und: "Wir sind offen für Vorschläge." Als weitere Belege für einen "neuen Wind" in Sachen Proberäume wurden dann auch noch die zehn Proberaum-Container genannt, die 2020 auf dem Feierwerk-Gelände stehen sollen. Und die Stelle, die im Kulturreferat speziell für Proberäume geschaffen worden ist und die Alexander Friedrich aktuell bekleidet.

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Dass das alles gefühlt und faktisch zu wenig sei, das konnte man den Reaktionen anhören. Und dass der Stadt der wirkliche Entscheidungswille fehle. Das sieht jedenfalls Oliver Fendt vom Music Club Munich so, der selbst Übungsräume vermietet. Er erzählte von seinem Bauantrag, im Euro-Industriepark ein Gebäude aufzustocken und dort bis zu 50 Proberäume einzubauen. Der Antrag wurde abgelehnt, mit der für Fendt seltsamen Begründung, dass das nicht ginge, weil der Industriepark in seiner jetzigen Form zu erhalten sei.

Einen Schritt weiter scheint Martin Wehr gekommen zu sein. Der Betreiber der Proberäume im Maxes möchte die Zahl der Räume auf 200 aufstocken. Um die Stadt und seinen Vermieter zur Zustimmung zu bewegen, habe es viel Lobby-Arbeit gebraucht. Eine verbindliche Unterschrift fehle immer noch und so sei die Zukunft weiter offen.

Das gilt auch für viele weitere Probleme, die sich das Kulturreferat bei einem "Popmusik Hearing" am 3. Dezember im Feierwerk anhören und dann sammeln will. Was Ernst Wolfswinkler gut und wichtig findet, der Feierwerk-Geschäftsführer sagt: "Nur eine Tür, die quietscht, wird gehört." Die Musiker müssten laut sein, um gehört zu werden. Noch schöner wäre es, endlich auch Lösungen zu finden.

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