bedeckt München 15°

Münchnerin fertigt Tierköpfe aus Filz:Moralisch korrekte Trophäe

Die gibt es inzwischen. Auf dem Internetportal "Dawanda", auf dem selbstgebastelte Geschenke verkauft werden, kann man seit einiger Zeit die Werke der jungen Mutter erstehen. "Eine wahre Marktlücke", freut sich Miriam Stark, "denn die meisten Tierköpfe, die irgendwo hängen, sind echt. Und das ist nicht jedermanns Sache."

Bei ihren flauschigen Rehen und Wildschweinen müsse dagegen niemand moralische Hemmungen haben. Fünfzig von ihnen hat die ehemalige Tierärztin inzwischen schon verkauft. "Viele Frauen bestellen einen Tierkopf für ihren Mann", sagt Stark, "aber auch die Männer selbst holen auf."

Ein Optiker hat erst kürzlich ein Modell bestellt, auch bei vielen Jägern kommen die Tiere, die nicht erst erlegt werden müssen, immer besser an. Miriam Stark behandelt ihre Tiere liebevoll, fast so, als seien sie lebendig. "Der sieht noch gar nicht gut aus", sagt sie zu einem halb fertigen Wildschwein, das ihr Atelier in ein knalliges Orange taucht - vor allem gewerbliche Kunden bestellen oft Modelle in den Farben ihrer Firmenlogos.

Nicht nur das Filzen ist Handarbeit: "Die Augen kann man bei Ebay bestellen. Die Geweihe bekomme ich von Leuten, die noch eins im Zimmer hängen oder geerbt haben." Auch die Wildköpfe aus Filz zieren also echte Jagdtrophäen. Jetzt, in der Vor-Oster-Zeit, muss die junge Künstlerin Gas geben.

"Das Ganze steht mittlerweile an der Grenze zu einem richtigen Job", sagt Stark, deren Lieblingsschöpfung bisher ein Zebra war. Drei bis vier Wochen braucht sie für einen Elch oder einen Hirsch, größere Objekte können auch schon mal doppelt so lange dauern. Nur "Kleinkram" mag die Künstlerin nicht - was sie bastelt, sollte die Größe von Jagdwild haben.

Es muss aber nicht immer gleich ein Koloss sein: Während eine Wildsau um die 750 Euro kostet, stellt Miriam Stark einen Hasen für 160 Euro her. Handarbeit hat eben ihren Preis.