bedeckt München 21°
vgwortpixel

Astalla:Eine Bilderbuch-Kneipe für Normalos

Das Astalla im Westend hat die Gentrifizierung in dem Viertel um sich herum offenbar überlebt.

(Foto: Robert Haas)

Das Astalla ist eine jener Kneipen, die es eigentlich nicht mehr gibt - es hat die Gentrifizierung rund um sich herum überlebt und weigert sich, schick zu werden.

Zugegeben, wirklich einladend sieht das Astalla auf den ersten Blick nicht aus. Ein paar Spielautomaten blinken vor sich hin, dazu hängt eines dieser Leuchtschilder im Fenster, das mit dem Schriftzug "Open" um Gäste wirbt. Drinnen stehen ein paar Stehtische herum, an denen ein paar derer hängen, die man in Lokalitäten wie dem Astalla eben üblicherweise antrifft.

Das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Denn das Astalla an der Astallerstraße 18 genießt durchaus einen gewissen Kultstatus im Westend - und das nicht nur wegen der zweigeschossigen Location. Oben im Eingangsbereich ist der Teil mit den Bartischen, im unteren Bereich gibt es Dartscheiben und Kicker. Nebenbei laufen auf mehreren Fernsehern Fußballspiele, und weil das Astalla neben einem Sky- auch über ein Dazn-Abo verfügt, lässt sich wirklich jede Partie aus den europäischen Top-Ligen verfolgen.

Das Astalla ist eine jener Kneipen, die es eigentlich nicht mehr geben kann und die trotzdem noch da sind. Es hat die Gentrifizierung rund um sich herum überlebt, und obwohl es eigentlich längst nicht mehr in die schick gewordenen Straßenzüge des Westends passt, ist das Astalla geblieben - und einigermaßen bekannt unter denen, die im Viertel wohnen. So trifft man im Astalla neben den Stammgästen am Tresen immer mal wieder auf Gesichter, die man sonst eher in den durchgestylten Bars und Kneipen des Westends verorten würde. Junge Hippe, die an ihrem Flaschenbier nuckeln oder sich einen Gin Tonic genehmigen, kommen ebenso ins Astalla wie jene, die so aussehen, als würden sie ihre Tage hauptsächlich in Kneipen verbringen. Dennoch ist diese Bar nie überfüllt, auch an den Abenden, an denen Fußball läuft, kann man entspannt zum Anpfiff kommen und muss nicht schon zwei Stunden vorher seine Plätze reservieren.

Das Bier kostet im Astalla 3,20 Euro und ist damit angesichts des sonst üblichen Bierpreises in München vergleichsweise günstig. Auch die Longdrinks sind alles andere als teuer, egal ob Whisky Cola, Gin Tonic oder Campari Orange: Alle Kreationen gibt es für 6,50 Euro. Dazu bietet das Astalla eine erstaunlich umfangreiche Speisekarte an, für 5,90 Euro erhält man eine solide Currywurst mit Pommes, für 6,90 Euro gibt es verschiedene Pizzen - und das durchgehend von zehn Uhr vormittags bis fünf Uhr morgens. Wenn einen also nachts der Heißhunger packt und man keine Lust auf Döner oder Burger hat, ist das Astalla eine interessante Alternative. Genauso wie für jene, die genug von den Hochglanzbars in der Innenstadt haben und einfach gemütlich ein Bier trinken und Fußball schauen möchten.

Adresse: Astallerstraße 18, 80339 München, Telefon: 089/54898917, Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 5 Uhr, info@astalla-muenchen.de

© SZ vom 25.02.2020/vewo
Zur SZ-Startseite