Für die Löwen ist das Grünwalder Stadion Heimat

Das Stadion an der Grünwalder Straße ist das älteste in München, es wurde im Jahr 1911 eröffnet. Die Fans des TSV 1860 betrachten es als ihre Heimat, und das mit gutem Grund: Die Löwen haben es gebaut und bis 1937 besessen. Danach wurde die Stadt Eigentümerin und blieb es bis heute. In den Hochzeiten feuerten 58 000 Fans die Spieler an, übrigens nicht nur die Blauen. Der FC Bayern feierte seine ersten deutschen Meisterschaften an der Grünwalder Straße, ehe er 1972 ins Olympiastadion umzog. Doch auch der TSV 1860 wurde seiner Heimat zwischendurch untreu, spielte im Olympiastadion und später in der Arena in Fröttmaning. Erst 2017 kehrte der Verein zurück, inzwischen hatten sich aber auch die zweite Mannschaft und die Frauen der Bayern dort angesiedelt. 2012 und 2013 baute die Stadt das Grünwalder drittligatauglich aus, nach einem erneuten Eingriff im vergangenen Jahr finden derzeit 15 000 Fans Platz.

Der Stadtrat hat im Juli 2019 beschlossen, die Kapazität nochmals auf insgesamt 18 060 Besucher zu erweitern und die Zweitligatauglichkeit anzustreben. Dafür setzt er knapp 30 Millionen Euro an. Alle Tribünen sollen überdacht sowie 855 Sponsorensitze und bis zu sechs Logen errichtet werden. Einen Zeitplan gibt es laut Sportreferat noch nicht. Zuerst müsse verbindlich geklärt werden, ob das Baurecht wie in der Studie angegeben die Erweiterung auf 18 060 Plätze hergibt. Dann muss das Planungsreferat für die Genehmigung sorgen. Sollte die Sanierung kommen, wird das Stadion wohl wie bei der letzten Sanierung während der Bauzeit nicht bespielbar sein. Damals war das Grünwalder jedenfalls für ein Jahr gesperrt.

Bild: Robert Haas 12. August 2019, 18:492019-08-12 18:49:53 © SZ.de/heff/toe/stga