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Sozialwohnungen:Das Sozialreferat ächzt unter zu vielen Anträgen

Im Amt für Wohnen und Migration stapeln sich die Anträge.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das Amt für Wohnen und Migration bleibt am Standort an der Werinherstraße in den kommenden Monaten wochenweise für Publikumsverkehr geschlossen.

Das Sozialreferat geht angesichts der großen Zahl an Menschen, die Sozialwohnungen brauchen, in die Knie. Das Amt für Wohnen und Migration muss am Standort an der Werinherstraße wegen monatlich Tausender Anträge in den kommenden Monaten die Fachbereiche Registrierung und Vergabe von Sozialwohnungen sowie Einkommensorientierte Zusatzförderung jeweils für eine Woche schließen, um die Fälle überhaupt abarbeiten zu können.

Sämtliche Mitarbeiter werden bereits in der kommenden Woche für die Bearbeitung der Wohnungsanträge eingesetzt. Besucher des Wohnungsamts können zwar ihre Anträge im Briefkasten abgeben, aber es gebe in der Zeit weder eine persönliche Betreuung noch die Möglichkeit, die Mitarbeiter telefonisch zu erreichen, teilte das Sozialreferat am Donnerstag mit.

Mit derzeit 9825 offenen Wohnungsanträgen sei ein Stand erreicht, der keine angemessene Bearbeitungszeit mehr ermögliche, heißt es in einer Mitteilung des Referats. Im Schnitt werden demnach an der Franziskanerstraße monatlich 2200 Wohnungsanträge mit einem Bescheid abgeschlossen, allerdings bleiben demgegenüber etwa 500 Anträge liegen. Das würde sich auf das Jahr bezogen auf 6000 unbearbeitete Fälle summieren, weshalb das Wohnungsamt nun zur Zwangsschließung des Systems greift.

Nach Angaben des Sozialreferats werden jährlich ungefähr 3200 Wohnungen neu vergeben. Gleichzeitig habe es 30 000 Anträge gegeben. Es könne "mehrere Monate oder auch mehrere Jahre" dauern, bis eine Wohnung vermittelt werde. Um die Anträge abzuarbeiten, wird das Amt nicht nur von 20. bis 24. Januar, sondern auch von 17. bis 21. Februar, 23. März bis 27. März sowie von 27. April bis 1. Mai für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben.

© SZ vom 17.01.2020/vewo
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