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Sendling-Westpark:Umzug abgesagt

Tomaten, 2018

Frisches Gemüse: Der Wochenmarkt in Sendling-Westpark bleibt an seinem Standort.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Wochenmarkt bleibt an der Jean-Paul-Richter-Straße, der Luise-Kiesselbach-Platz soll eine echte Grünfläche werden

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Der Umzug war bereits zur Chefsache deklariert worden, findet nun aber doch nicht statt: Der Wochenmarkt für Sendling-Westpark bleibt an seinem bisherigen Standort an der Jean-Paul-Richter-Straße, Ecke Höltystraße. Der Umzug auf den Luise-Kiesselbach-Platz ist abgeblasen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war ein Ortstermin Ende Juli, an dem auch Markthallen-Chef Boris Schwartz teilnahm. Dabei wurde den Mitgliedern des Bezirksausschusses (BA) Sendling-Westpark schnell klar, dass ziemlich viel gegen einen Umzug spricht. Dementsprechend wurde das Projekt dann in der BA-Sitzung am Dienstagabend sang- und klanglos zu den Akten gelegt.

Der Hauptgrund für den Verzicht liegt darin, dass es die Hygienevorschriften für Wochenmärkte zwingend erfordern, den Verkaufsbereich vor den Ständen zu asphaltieren oder zu pflastern. Dort, wo die Verkaufswagen stehen, sind zumindest Rasengittersteine vorgeschrieben. Damit noch nicht genug: Es wäre außerdem nötig geworden, asphaltierte Zufahrten von den Straßen zum Platz hin anzulegen, denn die wassergebundenen Wege sind für das regelmäßige Befahren mit Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu zehn Tonnen nicht ausgelegt.

Dies alles erschien den BA-Mitgliedern, die zu neunt - angeführt von BA-Chef Günter Keller (SPD) - an dem Ortstermin teilnahmen, deutlich zu viel. Vor allem auch deshalb, weil man quer durch die Fraktion durchaus die Gefahr erkannte, dass ein solcher Eingriff am Rand des Platzes Konsequenzen für dessen weitere Gestaltung haben könnte. Angestrebt wird ohnehin, den Platz nicht länger als "Straßenbegleitgrün" eingestuft zu sehen, sondern als veritable "Grünfläche". Dieses Ziel wäre durch eine Menge Asphalt und Rasengittersteine wohl in Gefahr geraten. Die Experten des Baureferats hatten bei dem Ortstermin ohnehin klar gemacht, dass es in ganz München keinen einzigen Wochenmarkt gibt, der sich auf einer städtischen Grünfläche ausbreiten darf. Angesichts all dieser Argumente zog Erich Utz (Linkspartei) seinen Umzugsantrag zurück, was vom gesamten BA auch so akzeptiert wurde.

Ebenso einstimmig beschloss man danach, die Situation am bisherigen Marktstandort, der sich über eine Länge von etwa 100 Metern erstreckt, zu verbessern. Der SPD-Fraktionssprecher Walter Sturm beantragte, mit Verweis auf den Markttag Mittwoch zusätzliche mobile Halteverbotsschilder aufzustellen, zunächst für die Dauer von drei Monaten. So könne man verhindern, dass verbotswidrig geparkte Fahrzeuge das Aufstellen der Verkaufsstände verzögerten. Derzeit ist es so, dass oft eine Stunde vergeht, bis die entsprechenden Halter ermittelt und die Fahrzeuge abgeschleppt sind. Der SPD-Antrag wurde einstimmig beschlossen.

© SZ vom 27.08.2020

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