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Schwabing:Müll auf der Wertstoffinsel

Verwaltung lehnt unterirdische Container an der Römerstraße ab

Von Ellen Draxel, Schwabing

Wertstoffinseln sind keine Müllabladeplätze. Dass einige Standorte wie etwa an der Römer- oder der Ecke Clemens-/Apianstraße dennoch immer wieder als solche missbraucht werden, bedauert das Abfallwirtschaftsamt "sehr" - betont aber, ihm seien die Hände gebunden. "Das Abladen von Sperrmüll ist grundsätzlich illegal", schreibt die Behörde an Westschwabings Lokalpolitiker, die sich über die zunehmende Vermüllung beschwert hatten. Die Betreiberfirmen Remondis und Wittmann versuchten zwar, mit Hinweisaufklebern die Bürger auf die Ordnungswidrigkeit hinzuweisen. Geldbußen jedoch seien "schwer einzufordern, da die ,Übeltäter' in der Regel nicht bekannt" seien. Autokennzeichen zu notieren, genüge nicht als Beweis, da damit lediglich die Identität des Kfz-Halters überprüft werde, der sich dann "regelmäßig entschuldigen kann". Und eine Überwachung der Wertstoffinseln etwa durch Kameras sei "aus Kosten- und Datenschutzgründen leider nicht möglich".

Um die Situation trotzdem zu verbessern, haben die Betreiberfirmen an einigen Standplätzen bereits die Leerungsintensität erhöht: Statt zweimal wöchentlich werden die Container dort dreimal pro Woche geleert. Außerdem bestehe die Möglichkeit, Verunreinigungen und Überfüllungen jederzeit an die Entsorgungsfirmen zu melden, so der Abfallwirtschaftsbetrieb. Das Reinigungsunternehmen, das die Inseln im gesamten Münchner Stadtgebiet regelmäßig säubere, kümmere sich dann "unverzüglich" um diese Standorte.

Weil die Wertstoffinsel an der Römerstraße 12 besonders stark vermüllt ist und sich auch noch gegenüber einem bedeutenden Jugendstil-Denkmal befindet, das häufig Ziel von Stadtführungen ist, hatten Schwabinger bei der Bürgerversammlung darum gebeten, diese Sammelstelle durch Unterflurcontainer zu ersetzen. Doch unterirdische Wertstoffcontainer werden, der "extrem hohen Kosten" wegen, nur an neuen Standorten eingesetzt. Im Übrigen verlaufen unter dem Gehweg der Römerstraße Leitungen für Strom, Wasser und Gas - was einen Einbau von Unterflurcontainern dem Abfallwirtschaftsbetrieb zufolge "unmöglich" macht.

© SZ vom 28.05.2020
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