Schulen in München:"Es war Chaos pur"

Schulen in München: Noch immer liegt viel Schnee in der Stadt - viele Schüler hatten am Morgen Probleme, zum Unterricht zu gelangen.

Noch immer liegt viel Schnee in der Stadt - viele Schüler hatten am Morgen Probleme, zum Unterricht zu gelangen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Viele Schüler und Lehrer kommen wegen des Schnees nur mit Verspätung an - wenn überhaupt. An einem Gymnasium fällt der Unterricht sogar aus.

Von Anne Eberhard

München am Montagmorgen: Kleine Kinder werden in dicken Schneeanzügen mit dem Schlitten zur Schule gezogen, die Großen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, drängen sich in die Busse. Zumindest in Bogenhausen sind viele mit dem Auto unterwegs, die Straßen sind verstopft. Alle sind spät dran. Denn trotz des Schneechaos findet der Unterricht im Münchner Stadtgebiet am Montag im Regelbetrieb statt. Das hatte die Koordinierungsgruppe der Stadt München am Sonntag entschieden.

Auf der Webseite des städtischen Lion-Feuchtwanger-Gymnasiums, leuchtet dagegen eine neongrüne Nachricht in der Bildschirmmitte auf. "Achtung, die Schule fällt heute aus!" steht darauf. Erst am Morgen wurden Eltern und Schüler darüber informiert, dass der Unterricht in der Milbertshofener Schule am Montag nicht stattfinden kann. Der Grund: Die Notausgänge waren durch Schneemassen versperrt. Doch viele Lehrer waren schon auf dem Weg zur Arbeit, Distanzunterricht zu organisieren sei deshalb nicht mehr möglich gewesen, sagt Corinna Kreiler vom städtischen Referat für Bildung und Sport. Schüler, die trotzdem zur Schule kamen, wurden vor Ort betreut.

Die anderen Schulen öffneten in München allerdings wie gewohnt. Ulrich Ebert, Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums in Pasing, hält die Entscheidung zum Präsenzunterricht für einen Fehler. "Es war Chaos pur", sagt Ebert über den Morgen an der Schule. Viele Schüler und Lehrer hätten es nur verspätet zum Unterricht geschafft - wenn überhaupt. Schüler, die zu spät waren oder gar nicht in der Schule ankamen, galten als entschuldigt, Verspätungen wurden nicht notiert. Weil keine Vertretungslehrkräfte mehr da waren, mussten einige Schüler in der Pausenhalle warten, sagt Ebert. "Es ist ein Schultag mit deutlichen Einschränkungen." Er verstehe nicht, warum die Lehre heute nicht auf Distanzunterricht umgestellt wurde. "Die Möglichkeiten dazu haben wir ja."

Ganz anders sah es an der Mittelschule an der Leipziger Straße aus. Große Ausfälle habe es heute nicht gegeben, sagt Schulleiterin Ulrike Langenfaß. Die meisten Schüler wohnen in der Nähe und laufen ohnehin zur Schule. Lehrer bildeten teilweise Fahrgemeinschaften. Nur in den Pausen gab es der Schulleiterin zufolge Einschränkungen. Weil die großen Kastanien abbrechen und Schneelawinen vom Dach rutschen könnten, mussten die Schüler die Pause drinnen verbringen.

Als entspannt lässt sich die Situation auch an der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße beschreiben. Manche Kinder seien heute ein bisschen knapper gekommen, sagt Schulleiter Michael Hoderlein-Rein - vermutlich, weil sie noch im Schnee rutschen und spielen wollten. "Den Kindern gefällt das", sagt der Direktor. Und die Schüler hatten Glück: Der Hof wurde rechtzeitig geräumt, sie konnten auch in der Pause nach Lust und Laune draußen toben.

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