Blutregen:Sahara-Staub in München

Lesezeit: 1 min

MUNICH, GERMANY - MARCH 15: A rare meteorological phenomenon causing an orange sky due to sahara sand dust in the sky o

Der Himmel über dem Münchner Rathaus, getönt danke Saharastaub.

(Foto: IMAGO/Christian Offenberg)

Der Staub aus der Wüste liegt immer wieder in der Luft. Was ein Meteorologe und der ADAC gegen den orange-roten Belag empfehlen.

Von Sven Loerzer

Selbst für Meteorologen war es ein "ganz schön markantes Ereignis", wie es ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nannte, als Sahara-Staub den Himmel über München Mitte März apokalyptisch orange-rot bis ockerfarben-bräunlich einfärbte. Am Tag darauf war der Himmel nur noch milchig-trüb statt weiß-blau. Ein Hinweis darauf, dass weiter Sahara-Staub in großer Höhe unterwegs und es für die Autowäsche noch etwas zu früh war.

Regen habe zwar beachtliche Staubmengen ausgewaschen, sagt der DWD-Sprecher. "Da ist ganz schön was runtergekommen." Aber der Staub, der aufgrund eines Tiefdruckkomplexes über Nordafrika in gewaltiger Menge von der Wüste bis in große Höhe aufstieg, liege noch einige Tage weiter in der Luft, auch wenn die Verfärbung nach einem Regen geringer ausfalle.

Auch in den Tagen vor Ostern könnte im Süden Deutschlands wieder Saharastaub den Sonnenschein trüben - wahrscheinlich aber nicht mehr so spektakulär wie vor einem Monat.

Nicht wischen! Der Staub wirkt wie Schmirgelpapier

Blutregen: Sahara-Sand, wo man hinschaut: Der Belag sollte auf keinen Fall einfach weggewischt werden.

Sahara-Sand, wo man hinschaut: Der Belag sollte auf keinen Fall einfach weggewischt werden.

(Foto: Robert Haas)

Am Vormittag nach dem eindrücklichsten Saharastaub-Tag im März bildeten sich schon erste Schlangen an Autowaschanlagen, viele wollten gleich die Spuren des "Blutregens", wie die mit Staub verbundenen Tropfen wegen ihrer Färbung im Volksmund heißen, beseitigen. Die Schicht feiner Partikel ist auf Gartenmöbeln, Autos, Fensterscheiben und Wintergärten besonders gut zu sehen. Wer einfach mit dem Tuch drüber wischt, hinterlässt vor allem auf glänzenden Lackoberflächen dauerhafte Spuren. "Da macht es ritsch-ratsch", sagt ein Meteorologe, der Staub wirkt wie Schmirgelpapier.

Deshalb und weil Autowäsche vor der Haustür in der Regel verboten ist, rät der ADAC dazu, besser zur Waschanlage zu fahren und damit auch nicht lange zu warten, weil sonst die Staubschicht von der Sonne eingebrannt werden könne.

Danach ist ohnehin noch Handarbeit gefragt: So sollten laut ADAC auch bei offenen Türen und Klappen die sonst verdeckten Blechflächen gereinigt werden - mit einem gut durchgefeuchteten Lappen, der oft ausgewaschen wird. Möglicherweise ist auch der Innenraum zu reinigen und der Pollenfilter zu wechseln.

Wer einen Garten besitzt und seine Sommermöbel noch im Keller stehen hat, kann sich dagegen freuen über den "Naturdünger, der gratis vom Himmel kommt, mit Mineralstoffen und Spurenelementen", wie der DWD-Sprecher sagt. Sahara-Staub versorgt sogar die südamerikanischen Regenwälder mit wichtigen Nährstoffen.

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