Oktoberfest-Attentat:Entschädigung für 93 Betroffene

Muenchen, Figuren mit Texttafeln zur Errinnerung und zum Gedenken an das Oktoberfest Attentat 1980 Theresienwiese *** M

Dort, wo vor mehr als 20 Jahren Menschen bei dem Attentat getötet wurden, stehen nun Figuren mit Texttafeln zur Erinnerung und zum Gedenken.

(Foto: imago images/STL)

Bei dem Attentat am 26. September 1980 waren am Haupteingang des Münchner Oktoberfests 13 Menschen durch eine Bombe getötet und über 200 verletzt worden. Jetzt endlich fließt das Geld.

93 Betroffene des Oktoberfestattentats von 1980 haben Unterstützungsleistungen aus einem 1,2-Millionen-Euro-Fonds von Stadt, Freistaat und Bund erhalten. Von 99 Anträgen habe man 93 erfüllen und in den vergangenen Tagen zuweisen können, teilte die Landeshauptstadt mit. "Für viele Betroffene ist dies ein erstes, wenn auch sehr spätes Zeichen der Anerkennung des widerfahrenen Leids, aber auch der Solidarität und Anteilnahme", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die tief greifenden Traumatisierungen der Betroffenen seien "eine deutliche Mahnung, Rechtsextremismus entschieden zu bekämpfen und Betroffene von derartigen Terroranschlägen nicht alleine zu lassen", so Reiter.

Bundesjustizministerin Christine Lamprecht (SPD) betonte, dass die Verletzungen und Erinnerungen des Oktoberfest-Attentats bis heute nachwirkten. Deshalb sei es dem Bund wichtig gewesen, nach Abschluss der Ermittlungen des Generalbundesanwalts ein "spätes, aber umso wichtigeres Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen" zu setzen. Der Staat müsse "stärker für die Betroffenen von Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenhass da sein", so die Justizministerin.

Bei dem Attentat am 26. September 1980 waren am Haupteingang des Münchner Oktoberfests 13 Menschen durch eine Bombe getötet und mehr als 200 verletzt worden. Erst im Juli 2020 hatte die Bundesanwaltschaft den Anschlag als rechtsextreme Tat eingestuft. Den Hilfsfonds von 1,2 Millionen Euro finanzieren Bund und Freistaat mit je 500 000 Euro, 200 000 Euro kamen von der Stadt München.

© SZ vom 06.07.2021 / epd
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