Schulbau oder Freifläche?:Streit um Obermenzinger Erdbeerwiese

Juliane Gambke-Goldmann, Mutter zweier Schulkinder aus Allach-Untermenzing, ist wütend. Sie sei es "leid", in dieser Stadt ständig um für Familien notwendige Strukturen kämpfen zu müssen, erklärte sie jüngst den Lokalpolitikern aus Pasing-Obermenzing. Dass nun auch noch um die seit Jahren erforderliche Sanierung des einzigen Schulzentrums im Bezirk gerungen und Stadtteile dabei gegeneinander ausgespielt würden, mache sie "fassungslos".

Es geschieht nicht alle Tage, dass sich Bürger ein Herz fassen und ihr Anliegen in einer Sitzung des Nachbar-Stadtbezirks vorbringen. Dass gut ein Dutzend Allach-Untermenzinger genau dies taten, verdeutlicht, wie hitzig der Streit um die künftige Nutzung der Menzinger Erdbeerwiese inzwischen geführt wird. Der Kern der Debatte: Soll eine der Schulen des Schulzentrums an der Pfarrer-Grimm-Straße an die Von-Kahr-Straße verlegt werden - mit der Folge, dass ein Teil der im Süden angrenzende Freifläche, die so genannte Erdbeerwiese, in Sportfelder umgewandelt würde?

Die rot-grüne Rathauskoalition favorisiert genau diese Lösung. Der Pasing-Obermenzinger Bezirksausschuss ist dagegen und hat einen Dringlichkeitsantrag auf den Weg gebracht mit dem Ziel, die Sportflächen des SV Untermenzing und das Erdbeerfeld von jeglicher Bebauung freizuhalten. Tatsache sei doch, erklärte Gambke-Goldmann, dass "weder die Not fehlender Schulplätze noch Klima- und Flächenschutz an Bezirksgrenzen enden". Landschaftsarchitektin Verena Rommel-Schulz erachtet die von Rot-Grün vorgeschlagene Lösung gar als "Win-Win-Situation" - weil sie ermögliche, "Artenschutz und menschliche Bedürfnisse zu vereinen".

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