Wirtschaft:Norrøna eröffnet Geschäft in München

Wirtschaft: 400 Quadratmeter voller Mode und Equipment: der neue Norrøna-Store an der Sendlinger Straße.

400 Quadratmeter voller Mode und Equipment: der neue Norrøna-Store an der Sendlinger Straße.

(Foto: Florian Peljak)

Es ist der erste Flagship-Store der norwegischen Outdoor-Marke in Deutschland - und das, obwohl München als schwieriger Markt gilt. Die Eröffnung wurde mit etwa 300 Personen gefeiert, darunter auch viele Athleten.

Von Thomas Becker

Nikolai Schirmer schleppt einen durch den halben Laden, nur um das riesige Poster mit ihm auf dem Gipfel zu zeigen. Da steht er, die Skier lässig in der Hand, hoch über einer ultramarineblauen Fjordlandschaft, die einem mit ihrer übernatürlichen Schönheit einfach nur den Atem raubt. "Das ist Senja", sagt Schirmer, eine norwegische Insel, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, "immer wenn ich woanders beim Skifahren bin, frage ich mich: 'Warum zur Hölle bleibe ich nicht einfach daheim?' Hier hast du zwar nicht den besten Schnee, aber garantiert das beste Erlebnis." Dann schaut er einen mit Augen an, in denen dieses Gefühl von Freiheit und Abenteuer leuchtet, und schon sieht man sich mit ihm einen Pulverhang nach dem anderen runterschwingen. Genau so muss ein Testimonial sein. Und dabei ist der Begriff Norrøna noch gar nicht gefallen.

Die norwegische Outdoor-Marke eröffnet den ersten Flagship-Store in Deutschland, mitten in der Sendlinger Straße, am Eingang zum Asamhof. Da, wo früher Schuhe mit Löchern in der Sohle von Geox verkauft wurden, gibt es nun für Freunde des Frischluftsports ein so funktionales wie nachhaltiges Outfit zu erstehen.

Generell fällt auf, dass sich die neue Fußgängerzone zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz zu einer regelrechten Outdoor-Meile entwickelt hat, was auch Thema in der kurzen Ansprache des norwegischen Botschafters Torgeir Larsen auf der Einweihungsfeier am Dienstagabend war: "München ist ein sehr fordernder Markt. Wenn du es hier schaffst, schaffst du es auch im Rest von Deutschland." Dann schritt er zur feierlichen Bandzerschneidung, und etwa 300 Frauen und Männer strömten in die über zwei Stockwerke verteilten 400 Quadratmeter voller Mode und Equipment. So viel drahtige Kunden auf einem Haufen dürften an diesem Abend wohl in keinem anderen Shop zu finden gewesen sein.

Dabei achtete das Catering darauf, dass da nicht allzu viel unnötiges Fett an die Astralkörper kam: Knödelsalat, Tomatensüppchen im Glas, Mini-Tartes im Heu-Bett gab es. Bei den Getränken durfte es schon eher zur Sache gehen, genannt sei nur ein Cocktail namens "Lofoten": Aquavit, Bourbon, Lime, Balis Cosmo - da kommt Stimmung auf. Und die hielt lange an: Bei der After Party in der Loretta Bar mussten die Feiernden um drei Uhr nachts sanft rausgekehrt werden - der Getränkekeller war schlichtweg leer.

Zurück zum Sport: Außer Nikolai, dem Freerider aus Tromsö, waren noch zig andere Athleten vor Ort, unter ihnen Sebastian Copeland, Fotograf, Abenteurer und Mitglied des Explorer Clubs, dem Ikonen wie Roald Amundsen, Edmund Hillary, Jacques Piccard, Neil Armstrong und Buzz Aldrin angehören. Der - natürlich ebenfalls immens fit wirkende - Endfünfziger hat zig Expeditionen zu beiden Polen in den Knochen, durchquerte mal Australien von West nach Ost zu Fuß und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Klimawandel.

Einmal kurz angetippt, referiert er eine Viertelstunde lang so fesselnd wie druckreif und entlässt einen auch noch mit einer frohen Botschaft. So alarmierend die Situation auch sei: Wenn er sich das Handeln der Menschen in den vergangenen zwei, drei Dekaden anschaue, bestehe tatsächlich so etwas wie Hoffnung. Darauf einen Lofoten!

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