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Neuhausen:Es bleibt beim Nein

Auf der Kombispur für Rad und Bus darf nachts nicht geparkt werden

Von Sonja Niesmann, Neuhausen

Weit mehr als 30 Parkplätze werden an der Südseite der Wendl-Dietrich-Straße entfallen für eine kombinierte Rad- und Busspur auf der Fahrbahn. Bei Anwohnern und Teilen des Bezirksausschusses hat dies großen Unmut geweckt. Einem Antrag der FDP/Bayernpartei-Fraktion im Stadtrat vom August, dort wenigstens nachts Anwohnerparken zu erlauben, hat das Kreisverwaltungsreferat nun eine Absage erteilt. Zur Begründung heißt es ziemlich lapidar: "Eine Freigabe zum Parken in den Abendstunden ist nicht möglich, da es sich faktisch um einen Radweg handelt, der für den Busverkehr freigegeben wird."

In seiner Stellungnahme zeichnet Referent Thomas Böhle noch einmal die Hintergründe nach: Die Buslinie 62, die vom Ostbahnhof quer durch die ganze Stadt zum Rotkreuzplatz fährt, soll auf ihrem allerletzten Abschnitt beschleunigt werden - dies ist eine der 2019 vom Stadtrat beschlossenen "Maßnahmen zur Beschleunigung und Verbesserung der Zuverlässigkeit des Buslinienverkehrs". Zudem soll die Strecke für Radfahrer sicherer werden, und auch Fußgängern mehr Raum verschaffen. Sie haben bisher nur einen ziemlich engen Gehweg an dieser von Geschäften gesäumten Straße und können künftig den alten Radweg mitbenutzen.

Der 3,30 Meter breite abmarkierte Streifen, den sich Radfahrer und Linienbusse auf der Straße teilen, beginnt an der Renatastraße; kurz vor dem Rotkreuzplatz, an der Pötschnerstraße, fädelt der Bus mithilfe einer Ampel dann wieder ein. Die Kombispur wird zunächst ein Jahr lang getestet, der Verkehrsversuch beginnt im Herbst. Nach einem Jahr wollen Stadt und Münchner Verkehrsgesellschaft die Ergebnisse auswerten.

© SZ vom 20.10.2020
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