Münchner Traditionskabarett:Lach- und Schießgesellschaft hofft auf Rettung

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Münchner Traditionskabarett: Gibt es noch eine Rettung für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft?

Gibt es noch eine Rettung für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft?

(Foto: Imago)

Das vorläufige Insolvenzverfahren für die Lach- und Schießgesellschaft ist eröffnet. Mit neuen Gesellschaftern könnte die Kulturinstitution in die Zukunft gehen.

Von Oliver Hochkeppel

Wie geht es weiter mit der Lach- und Schießgesellschaft? Erst einmal ist nun das Insolvenzverfahren in Gang gekommen. Auf Antrag der zwei Gesellschafter Bruno Jonas und Laila Nöth - aber ohne den mit ihnen zerstrittenen Stefan Hanitzsch - hat das Gericht die Zahlungsunfähigkeit festgestellt und Rolf G. Pohlmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Als "unbeteiligter Dritter" wird er nun vor allem mit Blick auf die Rechte der Gläubiger die Lage sondieren. Üblicherweise wird dann in zwei bis drei Monaten das Insolvenzverfahren eröffnet und aller Wahrscheinlichkeit nach Pohlmann zum regulären Insolvenzverwalter ernannt.

Der Münchner Insolvenzberater Christoph Sorg erklärt, welche Möglichkeiten dann im Raum stehen: Die aus Sicht aller Freunde der Lach- und Schießgesellschaft schlechteste wäre die Liquidation, also die Auflösung des Unternehmens und Vermögens. Das ist aber unwahrscheinlich, weil noch Vermögenswerte vorhanden sind, allein schon die Marke "Lach- und Schießgesellschaft" und ihre Nutzungsrechte.

Die zweite Möglichkeit wäre eine "übertragene Sanierung", also die Übertragung auf eine neue Gesellschaft. Daran könnten sowohl Altgesellschafter erneut beteiligt sein, aber auch teilweise oder ausschließlich neue Interessenten. Nach Lage der Dinge und dem Grad der Zerstrittenheit der bisher Verantwortlichen müsste man sich wohl diese Lösung mit ganz frischen Gesichtern wünschen.

Schließlich wäre die Klärung durch einen Insolvenzplan möglich, der von der Zustimmung der Gläubiger abhängt. Zu den Gläubigern gehören in jedem Fall die Künstler, die in der Endphase des Spielbetriebs aufgetreten sind und keine Gage mehr bekommen haben, vor allem das hauseigene Ensemble. Dazu vermutlich alle an der Vermietung und Verpachtung des "Ladens" Beteiligten. Fast immer in solchen Fällen gibt es Forderungen des Finanzamts und womöglich auch von Lieferanten und Dienstleistern. Man kann nur spekulieren, wie die Interessenlage bei dieser heterogenen Gruppe aussieht, ob ihnen eventuell der Fortbestand dieser Münchner Institution wichtiger ist, als der eigene Geldbeutel. Ob man nun ein Freund des Kabaretts, des Münchner Kulturerbes oder des gehobenen Schwabinger Nachtlebens ist - man kann nur hoffen, dass die Sache noch ein gutes Ende nimmt.

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