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München:Freie Fahrt auf der IAA - aber nicht für alle

Pressekonferenz - Internationale Automobilausstellung IAA

Die Premiere der Internationalen Mobilausstellung in München sollte ein großer Aufschlag werden, ein inhaltlicher Neustart mit Gästen aus aller Welt. Doch die Pläne haben nicht nur Fans.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Die "Blue Lane" zwischen Messe und Innenstadt soll bei der Automobilmesse IAA zum Test für eine echte Umweltspur werden, werben die Veranstalter.

Von Andreas Schubert

Für Münchens Wirtschaftsreferenten Clemens Baumgärtner (CSU) ist die Automesse IAA, die von 7. bis 12. September stattfinden soll, eine Chance, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Davon sollen auch die örtliche Hotellerie und Gastronomie profitieren. So sollen sich hiesige Wirte um die Verpflegung der Messebesucher in den sogenannten Open Spaces kümmern, den auf verschiedenen Plätzen im Stadtzentrum frei zugänglichen Elementen der "IAA mobility", wie die Messe nun offiziell heißt.

Baumgärtner und Vertreter des Verbands der Automobilindustrie sowie der Messe haben nun auch weitere Details zur sogenannten "Blue Lane" vorgestellt. Dies ist die Strecke, die das Messegelände in Riem, den sogenannten Summit, mit den Open Spaces verbinden soll.

Diese Blue Lane ist nur bestimmten Fahrzeugen vorbehalten und soll laut Baumgärtner ein echter Test für eine "Umweltspur" sein. Grundsätzlich dort zugelassen sind der öffentliche Nahverkehr, emissionsfreie Fahrzeuge wie Plug-in-Hybride, sofern sie auf der Strecke elektrisch betrieben werden, batteriebetriebene E-Autos und E-Autos mit Brennstoffzelle. Dazu kommen noch - und dies haben Naturschützer wiederholt kritisiert - Autos mit Verbrennungsmotor, die mit mindestens drei Menschen (inklusive Fahrer) besetzt sind. Emissionsfreie Shuttlebusse sollen zudem - teilweise zu Präsentationszwecken - ebenso auf der Strecke rollen.

Damit den Passagieren auf den zwölf Kilometern ja nicht fad wird, soll ihnen auch ein Unterhaltungsprogramm geboten werden, mit - wie es im Messemacher-Sprech heißt - "Talks", Vorträgen oder Konzerten. Wem der Anblick von Maximilianeum oder Prinzregententheater nicht genügt, kann sich eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen, schon hat er oder sie laut IAA ein "einzigartiges Mobilitätserlebnis".

Was die Streckenführung angeht, so verläuft die Blue Lane stadteinwärts und stadtauswärts unterschiedlich. Vom Messegelände Richtung Zentrum führt die Strecke über die A 94 sowie Prinzregenten- und Gabelsbergerstraße Richtung Königsplatz. Stadtauswärts zweigt die Blue Lane am Franz-Josef-Strauß-Ring Richtung Maximilianstraße ab und führt dann über die Einsteinstraße gen Autobahn.

An verschiedenen Stationen zwischen Amira- und Königsplatz können Besucher Verkehrsmittel für die sogenannte Mikromobilität testen, etwa E-Scooter oder ähnliches. Messeaussteller können auch begleitete Probefahrten anbieten, die von verschiedenen Punkten aus starten. Im Zentrum sind dies der Königsplatz, der Wittelsbacher Platz, der Odeonsplatz, der Apothekenhof in der Residenz und die Operngarage.

Ausdrücklich in das Label Blue Lane wollen die Messemacher auch die U-Bahn einbinden, eine Eintrittskarte zum Messegelände soll auch für den MVV gelten. Laut Broschüre, die unter der Webadresse iaa.de im Internet zu finden ist, wäre das die Komponente "Underground".

Am Messegelände selbst wartet dann "Future", das vierte Element der Blue Lane. Hier geht es um autonomes Fahren, Flugtaxis und andere Mobilitätsformen der Zukunft.

© SZ vom 14.04.2021/infu
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