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Schminktipps:Mit Blut-Gel zur Halloween-Party

Bei der Horrorclown-Maske sind verschiedene Varianten möglich.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ob eine bekannte Figur oder doch das eklige Unfallopfer - am letzten Oktobertag kann man mal so richtig in den Farbeimer greifen. So gelingt die Grusel-Maske zum Selbermachen.

Alexandra Parsic sieht zum Fürchten aus. In ihrem Gesicht hängen Stofffetzen, darunter sind blutige Wunden zu sehen. Ihre Augenfarbe ist gelb, durchdringend sieht sie ihre Gesprächspartner an. "Ich bin als Scarcrowe, also Vogelscheuche geschminkt", sagt sie. Als Geschäftsführerin des Halloween-Gore-Store an der Müllerstraße, zu dem ein Piercingstudio in den Hinterräumen gehört, ist sie so etwas wie eine Expertin für Haut und Horror. Ihr Laden ist an den Tagen vor Halloween brechend voll. Brechreiz verursachen die gruseligen Masken und Accessoires, mit denen der Laden bis obenhin vollgestopft ist, aber bei den Besuchern nicht - obwohl einige sehr realistische, blutige oder eitrige Wunden tragen.

Halloween ist in Deutschland als Trend längst angekommen. In München gibt es zahlreiche öffentliche und private Veranstaltungen, bei denen ein Kostüm Pflicht und ein aufwendiges Make-up die Kür ist. Ihre Mitarbeiter hat Parsic auch schon geschminkt. Für ihre eigene Maske hat sie sich mit einem Hautkleber Stofffetzen ins Gesicht geklebt: "Das können Stückchen von einem Kartoffelsack oder Kaffeesäckchen sein. Dann etwas Blut-Gel drunter, Kontaktlinsen rein, das war's". Sie und ihr Team haben der Süddeutschen Zeitung Anleitungen für verschiedene Halloweenlooks gegeben.

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Die Trends dafür werden vor allem von Filmen gesetzt. Dieses Jahr besonders beliebt sind der "Joker" im gleichnamigen Kinofilm und die von Angelina Jolie verkörperte Fee "Maleficent", die gerade auf der Leinwand zu sehen ist. Auch Klassiker wie der Vampir gehen immer. Bei allen Kostümen, vor allem beim Horrorclown, gilt laut Parsic: "Niemanden zu Tode erschrecken! Manche hauen aus Reflex zu, wenn sie sehr erschrecken." Anna Weiss

Verwegen: der Horrorclown

Heath Ledger, Jared Leto, Joaquin Phoenix: Sie alle haben den "Joker" gespielt, auch als Horrorclown bekannt. Bei dieser Maske kann man sich also sein Vorbild aussuchen. Dafür das Gesicht großflächig mit einem weißen Make-up grundieren. Entweder akkurat mit weißer Fettschminke (Phoenix) oder, verwegener (Ledger), mit einem hellen Make-up. Für die charakteristische Fratze die Mundwinkel mit roter Schminke in einem breiten Strich bis zur Mitte der Wange verlängern.

Für einen realistischeren Effekt kann Blut-Gel auf die gezeichneten Linien gegeben werden. Für den Ledger-Joker blaugrüne Schminke unsauber um die Augen herum auftragen. Bei dem Phoenix-Joker sieht das Augen-Make-up mehr nach dem klassischen Harlekin aus: in blau oder grün eine Raute malen, die das Auge einrahmt. Beide Varianten sind perfekt für Grobmotoriker. Für den aalglatten Joker, den Leto in dem Film "Suicide Squad" spielt, können die feinen Tattoos im Gesicht mit Eyeliner gemalt werden. Der Hingucker schlechthin: grünes Haarspray. Anna Weiss

Kantig: die Knusperhexe

"Knusper, knusper, knäuschen..." Seit 45 Jahren ist das Musiktheater Hänsel und Gretel mit der fiesen Hexe bereits im Standardrepertoire des Gärtnerplatztheaters. Um selbst als diese gruselige Märchenfigur durch die Straßen zu ziehen, benötigt man eine künstliche Nase und ein künstliches Kinn, die im Online-Handel erhältlich sind. Am besten werden Nase und Kinn dann mit einem hautverträglichen Klebstoff im Gesicht befestigt.

(Foto: Christian POGO Zach)

Und dann kommt auch schon die kreative Kür der Hexenfratze: Mit Fettschminke und starken Kontrasten werden nun neue Gesichtszüge geschaffen. Vergrößerte Mund und Nase, eingefallene Wangen und überzeichnete Augenbrauen gehören ebenso zur Knusperhexe wie knochig geschminkte Hände. Und natürlich darf auch die mit Zahnlack geschaffene Zahnlücke nicht fehlen. Aber Achtung: die neuen Gesichtszüge nicht gleich zu stark schminken, sondern lieber mit mehreren Farben schrittweise arbeiten. Insgesamt dauert die Fertigung der Maske etwa 45 Minuten. Bernadette Rauscher

Farbenfroh: der Neon-Totenkopf

Für diejenigen, die es weniger blutrünstig haben wollen, eignet sich ein verfremdeter Totenkopf (dritte Maske von rechts). Klassischerweise wird dafür das Gesicht weiß geschminkt und mit verschiedenen Farben ein aufwendiges Augen-Make-up gestaltet, dazu Blumen ins Gesicht gemalt, angelehnt an den mexikanischen Tag der Toten. Einfacher ist es, die Haut mit normalem Make-up zu grundieren und ein abgeschnittenes Stück einer Netzstrumpfhose auf das Gesicht zu legen. Mit einem großen Pinsel - etwa für Rouge - verschiedene Puderfarben aufnehmen und auf das Gesicht stäuben.

(Foto: Stephan Rumpf)

Dadurch entsteht auf der Haut ein farbiges Highlight mit einem feinen Muster. Dieses Jahr sind laut den Schminkexperten Neonfarben angesagt. Die Augenpartie kann großflächig dunkel geschminkt werden, damit sie an die Augenhöhlen eines Totenschädels erinnert. Die Nasenspitze mit schwarzer Farbe anpinseln. Den Mund zu einem Gebiss schminken: Die Lippen mit schwarzer Farbe umranden, die Linie von den Mundwinkeln bis zur Mitte der Wange verlängern. Auf die Lippen schmale, senkrechte Linien malen. Wer mag, kann sein geschminktes Gesicht noch mit glitzerndem Staub oder Steinchen verzieren. Anna Weiss

Klassisch: die Wunde im Gesicht

Die wohl meistgesehene Maske an Halloween, für die es etwas Zeit braucht. Zuerst soll das Gesicht abgeschminkt und oder von überschüssigem Fett befreit werden. Dann wird die Wunde mit Hautkleber aufgeklebt, dieser ist zumeist in jedem "Wunden-Set" enthalten. Gut andrücken und dann die Ränder schminken, damit der Übergang zur eigenen Haut nicht auffallend ist: Als erstes mit der eigenen Grundierung - oder einer Schminke in Hautfarbe - die Ränder verblenden. Anschließend mit den im Halloween-Set enthaltenen Farben verfeinern.

(Foto: Stephan Rumpf)

Wer kein Halloween-Set hat, nimmt dafür Farben von Beige über Rot bis Schwarz. "Wichtig: Immer von hell nach dunkel arbeiten und nicht zu dunkel schminken", rät Schminkexpertin Parsic. Das gelingt am besten mit einem Make-up-Schwämmchen (siehe Bild). Diese eignen sich als Schminkhilfe für saubere Übergänge bei allen Halloween-Masken. Besonders fies sehen Wunden aus, wenn sie zusätzlich mit Blut-Gel betont werden. Der Rest des Gesichts darf dann gerne schlicht bleiben. Anna Weiss