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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Nächtliche Lieferungen

CSU fordert Ausnahmen vom Halteverbot an der Fraunhoferstraße

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Die CSU im Stadtrat möchte das absolute Halteverbot auf den Radwegen an der Fraunhoferstraße kippen - für Anlieferungen und innerhalb bestimmter Zeitfenster. Sie hat am Dienstag einen Antrag eingebracht, nach dem die Referate dafür geeignete Zeiträume evaluieren sollen. Die Zeitfenster sollten so gewählt werden, dass möglichst wenige Radfahrer unterwegs seien. "Vorstellbar wäre ein Zeitfenster zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, in welchem der Radverkehr ausreichend ruht", schreibt Stadtrat Hans Hammer in dem Antrag.

Auf der Fraunhoferstraße läuft derzeit ein Pilotprojekt, im Zuge dessen sämtliche Parkplätze zugunsten von zwei rotmarkierten Radwegen abgeschafft wurden. Nach heftigen Protesten von Anwohnern, vor allem von Geschäftsleuten, hat die Stadt eigene Lieferzonen für die Fraunhoferstraße in den Querstraßen eingerichtet. Der CSU reicht das nicht: Seit der Umgestaltung der Fraunhoferstraße bestehe eine "Rechtsunsicherheit" hinsichtlich des parkenden Lieferverkehrs, heißt es in dem Antrag. Nach strenger Auslegung des geltenden absoluten Halteverbots auf Radwegen sei es nur möglich, die reguläre Fahrspur beim Anliefern zu blockieren. Dies führe zu Staus und verleite zu gefährlichen Überhol- und Ausweichmanövern über die Gegenspur. Hammer fordert über den Sachverhalt in der Fraunhoferstraße hinaus, dass die Technische Universität München mit einer Studie zur optimalen Breite von Radwegen "in verschiedenen verkehrlichen Situationen" beauftragt wird - zur "Optimierung der Sicherheit" und wegen des "Verbrauchs knapper Verkehrsflächen".

© SZ vom 25.11.2020
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