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Verkehr in München:Mehr Mut zur Busspur

Busspur in München, 2017

Vorfahrt für den Bus: So sollte es an vielen Stellen in München aussehen.

(Foto: Florian Peljak)

Es ist richtig, dass die Stadt einige Busspuren schafft, die den Nahverkehr beschleunigen. Nur ist das noch viel zu wenig.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: München und das Umland werden Jahr für Jahr immer voller. Das merkt man außer an den ins Unerträgliche steigenden Lebenshaltungskosten vor allem am ebenso unerträglichen Verkehr. Trotzdem interessiert sich eine zunehmende Zahl an Autofahrern ganz offensichtlich weder für den Klimawandel noch für die Stickoxidbelastung. Sie verstopfen - abgeschottet von der Außenwelt - mit übermotorisierten Blechkisten die Stadt, während täglich mehr als 700 000 Menschen sich in die Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) quetschen und auch in diesen im Stau stehen.

Busse brauchen, gemessen an der Kapazität, sehr viel weniger Platz als Autos und blasen im Vergleich sehr viel weniger Abgase pro Passagier in die Luft. Da ist es zwar hübsch, dass die Stadt einige Busspuren schafft, die den Nahverkehr beschleunigen. Aber die nun vorgeschlagenen sind viel zu wenig. Die Verwaltung sollte die MVG-Liste mit mehr als 50 Busspuren zur Hand nehmen und deutlich mehr rasch umsetzbare Vorschläge erarbeiten. Und der Stadtrat sollte dann den Mut zeigen und diese auch beschließen.

Dies kann ruhig zulasten von Autospuren und Parkplätzen gehen. Wenn diejenigen, die nur sich selbst und ein paar Kubikmeter Luft durch die Stadt karren, einsehen, dass ein Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr doch sinnvoll ist, ist allen geholfen. Sind die Straßen nicht mehr so überfüllt, kommen Busse schneller voran - und auch die Menschen, die Auto fahren, weil sie wirklich darauf angewiesen sind.

Verkehr in München Vorfahrt für Busse

Verkehr in München

Vorfahrt für Busse

Die Linien der Münchner Verkehrsgesellschaft sollen schneller durch die Stadt kommen - am täglichen Stau vorbei. Erreichen will der Stadtrat das durch neue Spuren, angepasste Ampeln und zusätzliche Halteverbote.   Von Andreas Schubert